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Und weiter gehts

Sonntag, der 02.12.2007
 
Endlich ein Tag des Ausruhens und der Entspannung. Wie schnell so etwas doch langweilig werden kann! Also verbrachte ich die meiste Zeit des Nachmittags (denn Vormittags hatte mich ein seeliger Schlaf ummantelt...) mit so mancher Unterhaltung und Recherche mit Hilfe des Internets und dem Aufräumen meines Zimmer. Als alles in neuem Glanz erstrahlte, entschied ich mich, auf einen kurzen Sprung zum Christkindlmarkt aufzubrechen, und das im wörtliche Sinne, denn weiter ist der Schlossplatz von mir ja nicht entfernt. Dort musste ich jedoch mit Enttäuschung feststellen, dass Erlangen keine wirkliche festliche Weihnachtsstimmung aufkommen lässt, und der Adventmarkt eher an einem Umschlagplatz für Küchenutensilien erinnert, als Hort von Kitsch und besinnliche Entbehrlichkeit, was er sonst zu sein pflegt. Natürlich fand ich dort nicht den von mir begehrten Adventkranz – hätte ich eine Schöpfkelle oder eine elektrische Eieruhr gebraucht, wäre ich am rechten Fleck gewesen...
So blieb mir also nichts anderes übrig, als den Tannen vor der Anatomie ein paar Zweige zu stehlen und sie als Gegenleistung vom Efeu zu befreien. Mit diesen Errungenschaften wieder zu Hause angekommen, machte ich mich daran ein kleines Tischchen zu gestalten, auf dem silberne Sternchen (gefertigt aus dem Verpackungsmaterial der bereits aufgegessenen Spekulatius meiner Mutter), Mandarinen, Nelken und Nüsse neben den Zweigen und einer Kerze angeordnet wurden. Als die Kerze dann brannte stellte sich, nicht allein durch den weihnachtlichen Geruch, eine wunderschöne Stimmung ein, die zu beschreiben ich nicht in der Lage bin.
Gegen neun Uhr abends kehrte Mareike von Wiesbaden zurück, ich kochte ihr noch eine Kleinigkeit, und gemeinsam schauten wir uns den Film „Marie Antoinette“ an – der einen sinnfreien Tage ebenso beendete. Aber schön ist das Filmchen, das stimmt schon!
 
Montag, der 03.12.2007
 
An sich hatte ich Mareike, wie am Vortag ausgemacht, zum Frühstück erwartet – sie schien jedoch verschlafen zu haben. Mehr als pünktlich (sogar mit einigen Minuten Verspätung!) trafen wir in der Anatomie ein, um uns mit den männlichen Genitalien zu beschäftigen. Immerhin schafft es Frau Drehkuh nicht bei diesem pikanten Thema (im Gegensatz zu manchem Biologiedozenten) verlegen zu kichern und plaudern, sondern es mit herausgekehrtem Desinteresse vorzutragen. Dementsprechend jedoch kann nun auch die Vorlesung beschrieben werden: Langweilig – wären da nicht unsere auflockernden Kommentare gewesen...
Ich begleitete Mareike anschließend noch in Psychsoz, wo sie heute eine Mitschrift für unser Skript würde anfertigen müssen und unterhielt mich dort blenden mit Amelie (die ein wirklich sehr unterhaltsames Mädchen ist, das mir, Toitoitoi, hoffentlich einen Job im Schlaflabor verschaffen kann...) um schlussendlich von einer, zuvor in dieser Form bereit zig Mal vernommenen, Vorlesung nichts mehr zu bemerken. Doch auch dies ging vorüber und schlussendlich standen wir wieder in der Mast – WG und – Überraschung – kochten. Der Nachmittag hingegen war erfüllt von Anatomie und erst gegen 17°° Uhr traf Sonja bei mir ein, die wir zu ein kleinen Kaffe eingeladen hatten. Wenig später klopfte es an die Türe, die ich mit einem lauten Schrei der Begeisterung öffnete, um zu bemerken, dass nicht Mareike, sondern Max vor mir stand! Da hatte meine Mitbewohnerin wohl noch jemanden geladen – zu unser aller Freude! Natürlich hatte dies auch einen Grund. Wenig später würden Sonja, Mareike und Max sich eine Wohnung anschauen die, der Neid könnte einen fressen, ich hoffe sehr er macht es nicht, wie sich herausstellte unglaublich begehrenswert sein würde. Allein die Maklergebühr und Kaution waren für die drei ein Dorn im Auge, ich glaube allerdings, und hier klopfe ich drei Mal auf Holz, dass sie bereits im März dort einziehen werden...alles deutet darauf hin – und ich gönne es ihnen von ganzem Herzen!
Nachdem meine lieben Freunde meine Wohnung verlassen hatten, widmete ich mich noch einem Stündchen den universitären Verpflichtungen, bevor Fabian an meine Tür klopfte. Mit Mantel, Schal und Mütze bewaffnet schlug ich vor am Weihnachtsmarkt Maroni zu essen, die dort, wie ich mit maßloser Enttäuschung feststellen musste, nicht verkauft wurden. Empört über diesen untragbaren Zustand entschlossen wir uns dann, weit weniger stimmig, einige Gläschen Wein im Papa Joes zu genießen. Bei einem sehr kurzweiligen und tiefgründigen Gespräch wurde ich mit diesem Abend noch versöhnt und konnte zu später Stunde beruhigt schlafen gehen...
 
Dienstag, der 04.12.2007
 
Heute schaffte es Mareike mehr oder weniger pünktlich zum Frühstück. Gemeinsam ließen wir uns durch die hochinteressanten und verwirrenden Gedanken unserer Anatomiedozentin, betreffend der Befruchtung und embryonalen Entwicklung, begeistern („Die befruchtete Eizelle frisst sich rücksichtslos durch die Schleimhaut bis zum Peritoneum – der schlimmste Tumor also den wir kennen!), gemeinsam aßen wir eine Kleinigkeit, gemeinsam lachten wird. Ach, es ist schön eine so nahestehende Person hier in Erlange zu haben (Mareike, wenn du das ließt – ja, es ist kitschig, aber es stimmt)! Das anatomische Seminar war, wie eigentlich öfter Mal der Fall, wenig sinnvoll, jedoch geprägt von allerlei mehr oder weniger (wie etwa meines) interessant und gut gestalteten Referaten über klinische Aspekte der Niere und des Immunsystems. Natürlich waren diese freiwillig – also kein Grund für Nervosität!
Nach beendeter universitärer Verpflichtung mache ich mir daran, in Kaufland und Thalia einige Weihnachts- und Nikoloeinkäufe zu tätigen, die mich, so gesehen, nicht in Unkosten stürzten, jedoch ein größeres Loch in meinen „sorgfältig“ ausgearbeiteten Finanzplan rissen. Das ist auch Weihnachten – maßloser Konsum. Aber ich schenke doch so gerne, was soll ich also machen? Die Freude in den Gesichtern der Beschenkten zu sehen! Auch lieh ich einige Filme in der Bibliothek aus und ließ mich von der weihnachtlich geprägten Beschallung in den Konsumtempeln begeistern – ja, dieses Jahr finde ich diese mehr als passend und unterhaltsam!
Am Abend sahen Mareike und ich uns „Das große Fressen“ an, ein Film in dem vier ältere Herren beschließen ohne Unterbrechung bis zu ihrem sicheren Tod zu essen, und dieses Festmahl mit einer orgiastischen Umgebung zu versehen. Man glaubt es kaum, selbst der Tod der Protagonisten hielt uns nicht vom Essen ab – der Film macht doch glatt Hunger! Wir lachte und aßen, schrieen vor Grausen und kreischten vor Entsetzen...
Während dem nachfolgenden Film „Miami Vice“ glitt ich ab ins Reich der Träume – und konnte als Mareike mich wieder verlassen hatte, nicht mehr weiter schlafen, da nebenan wieder lautstark gefeiert wurde...
 
Mittwoch, der 05.12.2007
 
Pünktlich um viertel nach acht fand ich mich in der Chemie ein, um voller Entsetzen festzustellen, dass selbst die wenigen Leuchten dieses Faches bei Metallkomplexen heillos überfordert sind – und dies alles würde uns nächste Woche bei er Zwischenklausur erwarten! Einfach nicht daran denken und lernen – was bleibt einem denn sonst übrig?
Anatomie präsentierte und heute einen Nephrologen des Uniklinikum Erlangen, der uns klinischen Aspekte und mögliche Erkrankungen der Niere nahe brachte und uns auf Grund der drastischen Situation in Bezug auf Spendeorgan einiges zum Nachdenken gab...ich werde mir wohl auch einen Ausweis besorgen müssen, der mich als potentiellen Spender auszeichnet, denn andern als in Österreich dürfte man sonst die Organe nicht entnehmen um einem anderen Menschen damit wohlmöglich das Leben zu retten! Eindrucksvoll untermauert wurde diese Problematik durch einen uns vorgestellten Patienten, der erst nach acht Jahren Dialyse ein Transplantat bekommen hatte und am heutigen Tag das Krankenhaus als mehr oder weniger gesunder Mensch wieder verlassen würde. Ein weiterer Aspekt auch, der mir an Erlangen begeistert – engagierte Dozenten die versuchen unseren starren Alltag mit hochinteressanten Vorträgen aufzulockern. Danke dafür!
Nachmittags lernte ich brav Chemie, nachdem ich Mareikes Nikologeschenk besorgt hatte (einen schwarz gefleckten Collageblock und ein somit zugehörige Spardose in Form einer Kuh) und brachte besagter Dame einen Kaffee im Thermosbecher, kehrte nach Hause zurück, bearbeitete noch einige chemische Reaktionen und gegen sieben holte ich Mareike ab um mit ihr noch einige Einkäufe zu erledigen – wir würden ja heute backen und bräuchten dafür noch einiges mehr an Zutaten, als ich am Vortag bereits besorgt hatte. In den Arcaden kauften wir, wie könnte es anders sein, neben den Notwendigkeiten auch so manches glitzerndes und sinnfreies Utensil um die geplanten Geschenke zu verzieren...
Bei mir angekommen kochten wir Kartoffelpüree (natürlich selbstgemacht!) mit Rosenköhlchen. Als Theresa auch noch zu uns stieß wurde die Stimmung wie erwartet immer besser und in größter Hektik produzierte ich parallel zur Nahrungsaufnahme und der Herstellung von Glühwein ein schäumendes Germhäuferl und lief herum wie ein gestresstes  Hähnchen – eine bei Backvorhaben fatale Art der Bewegung! Umgesiedelt werden musste ja auch – ich selbst besitze ja keinen Ofen, was Weihnachtsbäckerei fast unmöglich macht. Somit wurden alles Zutaten und der bereits aufgehende Teig gepackt und zu Mareike transportiert, wo Theresa und ich und als Bäcker mit begnadetet Händen erwiesen. Neben Elisen Lebkuchen werkten wir am Germteig herum, fügten Mehl hinzu, kneteten wieder, fügten Mehl hinzu und wussten eigentlich gar nicht, was wir da eigentlich machen. Stand das im Rezept nicht anders? Egal! 
Schlussendlich hatten wir wunderschöne Figuren produziert (sogar anatomisch Korrekt) und aßen bereits unseren selbstgemachten Lebkuchen. Leider wurden die geplanten Haferflockenkekse nicht wirklich gut, so hatte der Müll also auch etwas zu naschen....
 
6.12.07 11:21


Und weiter gehts

Sonntag, der 02.12.2007
 
Endlich ein Tag des Ausruhens und der Entspannung. Wie schnell so etwas doch langweilig werden kann! Also verbrachte ich die meiste Zeit des Nachmittags (denn Vormittags hatte mich ein seeliger Schlaf ummantelt...) mit so mancher Unterhaltung und Recherche mit Hilfe des Internets und dem Aufräumen meines Zimmer. Als alles in neuem Glanz erstrahlte, entschied ich mich, auf einen kurzen Sprung zum Christkindlmarkt aufzubrechen, und das im wörtliche Sinne, denn weiter ist der Schlossplatz von mir ja nicht entfernt. Dort musste ich jedoch mit Enttäuschung feststellen, dass Erlangen keine wirkliche festliche Weihnachtsstimmung aufkommen lässt, und der Adventmarkt eher an einem Umschlagplatz für Küchenutensilien erinnert, als Hort von Kitsch und besinnliche Entbehrlichkeit, was er sonst zu sein pflegt. Natürlich fand ich dort nicht den von mir begehrten Adventkranz – hätte ich eine Schöpfkelle oder eine elektrische Eieruhr gebraucht, wäre ich am rechten Fleck gewesen...
So blieb mir also nichts anderes übrig, als den Tannen vor der Anatomie ein paar Zweige zu stehlen und sie als Gegenleistung vom Efeu zu befreien. Mit diesen Errungenschaften wieder zu Hause angekommen, machte ich mich daran ein kleines Tischchen zu gestalten, auf dem silberne Sternchen (gefertigt aus dem Verpackungsmaterial der bereits aufgegessenen Spekulatius meiner Mutter), Mandarinen, Nelken und Nüsse neben den Zweigen und einer Kerze angeordnet wurden. Als die Kerze dann brannte stellte sich, nicht allein durch den weihnachtlichen Geruch, eine wunderschöne Stimmung ein, die zu beschreiben ich nicht in der Lage bin.
Gegen neun Uhr abends kehrte Mareike von Wiesbaden zurück, ich kochte ihr noch eine Kleinigkeit, und gemeinsam schauten wir uns den Film „Marie Antoinette“ an – der einen sinnfreien Tage ebenso beendete. Aber schön ist das Filmchen, das stimmt schon!
 
Montag, der 03.12.2007
 
An sich hatte ich Mareike, wie am Vortag ausgemacht, zum Frühstück erwartet – sie schien jedoch verschlafen zu haben. Mehr als pünktlich (sogar mit einigen Minuten Verspätung!) trafen wir in der Anatomie ein, um uns mit den männlichen Genitalien zu beschäftigen. Immerhin schafft es Frau Drehkuh nicht bei diesem pikanten Thema (im Gegensatz zu manchem Biologiedozenten) verlegen zu kichern und plaudern, sondern es mit herausgekehrtem Desinteresse vorzutragen. Dementsprechend jedoch kann nun auch die Vorlesung beschrieben werden: Langweilig – wären da nicht unsere auflockernden Kommentare gewesen...
Ich begleitete Mareike anschließend noch in Psychsoz, wo sie heute eine Mitschrift für unser Skript würde anfertigen müssen und unterhielt mich dort blenden mit Amelie (die ein wirklich sehr unterhaltsames Mädchen ist, das mir, Toitoitoi, hoffentlich einen Job im Schlaflabor verschaffen kann...) um schlussendlich von einer, zuvor in dieser Form bereit zig Mal vernommenen, Vorlesung nichts mehr zu bemerken. Doch auch dies ging vorüber und schlussendlich standen wir wieder in der Mast – WG und – Überraschung – kochten. Der Nachmittag hingegen war erfüllt von Anatomie und erst gegen 17°° Uhr traf Sonja bei mir ein, die wir zu ein kleinen Kaffe eingeladen hatten. Wenig später klopfte es an die Türe, die ich mit einem lauten Schrei der Begeisterung öffnete, um zu bemerken, dass nicht Mareike, sondern Max vor mir stand! Da hatte meine Mitbewohnerin wohl noch jemanden geladen – zu unser aller Freude! Natürlich hatte dies auch einen Grund. Wenig später würden Sonja, Mareike und Max sich eine Wohnung anschauen die, der Neid könnte einen fressen, ich hoffe sehr er macht es nicht, wie sich herausstellte unglaublich begehrenswert sein würde. Allein die Maklergebühr und Kaution waren für die drei ein Dorn im Auge, ich glaube allerdings, und hier klopfe ich drei Mal auf Holz, dass sie bereits im März dort einziehen werden...alles deutet darauf hin – und ich gönne es ihnen von ganzem Herzen!
Nachdem meine lieben Freunde meine Wohnung verlassen hatten, widmete ich mich noch einem Stündchen den universitären Verpflichtungen, bevor Fabian an meine Tür klopfte. Mit Mantel, Schal und Mütze bewaffnet schlug ich vor am Weihnachtsmarkt Maroni zu essen, die dort, wie ich mit maßloser Enttäuschung feststellen musste, nicht verkauft wurden. Empört über diesen untragbaren Zustand entschlossen wir uns dann, weit weniger stimmig, einige Gläschen Wein im Papa Joes zu genießen. Bei einem sehr kurzweiligen und tiefgründigen Gespräch wurde ich mit diesem Abend noch versöhnt und konnte zu später Stunde beruhigt schlafen gehen...
 
Dienstag, der 04.12.2007
 
Heute schaffte es Mareike mehr oder weniger pünktlich zum Frühstück. Gemeinsam ließen wir uns durch die hochinteressanten und verwirrenden Gedanken unserer Anatomiedozentin, betreffend der Befruchtung und embryonalen Entwicklung, begeistern („Die befruchtete Eizelle frisst sich rücksichtslos durch die Schleimhaut bis zum Peritoneum – der schlimmste Tumor also den wir kennen!), gemeinsam aßen wir eine Kleinigkeit, gemeinsam lachten wird. Ach, es ist schön eine so nahestehende Person hier in Erlange zu haben (Mareike, wenn du das ließt – ja, es ist kitschig, aber es stimmt)! Das anatomische Seminar war, wie eigentlich öfter Mal der Fall, wenig sinnvoll, jedoch geprägt von allerlei mehr oder weniger (wie etwa meines) interessant und gut gestalteten Referaten über klinische Aspekte der Niere und des Immunsystems. Natürlich waren diese freiwillig – also kein Grund für Nervosität!
Nach beendeter universitärer Verpflichtung mache ich mir daran, in Kaufland und Thalia einige Weihnachts- und Nikoloeinkäufe zu tätigen, die mich, so gesehen, nicht in Unkosten stürzten, jedoch ein größeres Loch in meinen „sorgfältig“ ausgearbeiteten Finanzplan rissen. Das ist auch Weihnachten – maßloser Konsum. Aber ich schenke doch so gerne, was soll ich also machen? Die Freude in den Gesichtern der Beschenkten zu sehen! Auch lieh ich einige Filme in der Bibliothek aus und ließ mich von der weihnachtlich geprägten Beschallung in den Konsumtempeln begeistern – ja, dieses Jahr finde ich diese mehr als passend und unterhaltsam!
Am Abend sahen Mareike und ich uns „Das große Fressen“ an, ein Film in dem vier ältere Herren beschließen ohne Unterbrechung bis zu ihrem sicheren Tod zu essen, und dieses Festmahl mit einer orgiastischen Umgebung zu versehen. Man glaubt es kaum, selbst der Tod der Protagonisten hielt uns nicht vom Essen ab – der Film macht doch glatt Hunger! Wir lachte und aßen, schrieen vor Grausen und kreischten vor Entsetzen...
Während dem nachfolgenden Film „Miami Vice“ glitt ich ab ins Reich der Träume – und konnte als Mareike mich wieder verlassen hatte, nicht mehr weiter schlafen, da nebenan wieder lautstark gefeiert wurde...
 
Mittwoch, der 05.12.2007
 
Pünktlich um viertel nach acht fand ich mich in der Chemie ein, um voller Entsetzen festzustellen, dass selbst die wenigen Leuchten dieses Faches bei Metallkomplexen heillos überfordert sind – und dies alles würde uns nächste Woche bei er Zwischenklausur erwarten! Einfach nicht daran denken und lernen – was bleibt einem denn sonst übrig?
Anatomie präsentierte und heute einen Nephrologen des Uniklinikum Erlangen, der uns klinischen Aspekte und mögliche Erkrankungen der Niere nahe brachte und uns auf Grund der drastischen Situation in Bezug auf Spendeorgan einiges zum Nachdenken gab...ich werde mir wohl auch einen Ausweis besorgen müssen, der mich als potentiellen Spender auszeichnet, denn andern als in Österreich dürfte man sonst die Organe nicht entnehmen um einem anderen Menschen damit wohlmöglich das Leben zu retten! Eindrucksvoll untermauert wurde diese Problematik durch einen uns vorgestellten Patienten, der erst nach acht Jahren Dialyse ein Transplantat bekommen hatte und am heutigen Tag das Krankenhaus als mehr oder weniger gesunder Mensch wieder verlassen würde. Ein weiterer Aspekt auch, der mir an Erlangen begeistert – engagierte Dozenten die versuchen unseren starren Alltag mit hochinteressanten Vorträgen aufzulockern. Danke dafür!
Nachmittags lernte ich brav Chemie, nachdem ich Mareikes Nikologeschenk besorgt hatte (einen schwarz gefleckten Collageblock und ein somit zugehörige Spardose in Form einer Kuh) und brachte besagter Dame einen Kaffee im Thermosbecher, kehrte nach Hause zurück, bearbeitete noch einige chemische Reaktionen und gegen sieben holte ich Mareike ab um mit ihr noch einige Einkäufe zu erledigen – wir würden ja heute backen und bräuchten dafür noch einiges mehr an Zutaten, als ich am Vortag bereits besorgt hatte. In den Arcaden kauften wir, wie könnte es anders sein, neben den Notwendigkeiten auch so manches glitzerndes und sinnfreies Utensil um die geplanten Geschenke zu verzieren...
Bei mir angekommen kochten wir Kartoffelpüree (natürlich selbstgemacht!) mit Rosenköhlchen. Als Theresa auch noch zu uns stieß wurde die Stimmung wie erwartet immer besser und in größter Hektik produzierte ich parallel zur Nahrungsaufnahme und der Herstellung von Glühwein ein schäumendes Germhäuferl und lief herum wie ein gestresstes  Hähnchen – eine bei Backvorhaben fatale Art der Bewegung! Umgesiedelt werden musste ja auch – ich selbst besitze ja keinen Ofen, was Weihnachtsbäckerei fast unmöglich macht. Somit wurden alles Zutaten und der bereits aufgehende Teig gepackt und zu Mareike transportiert, wo Theresa und ich und als Bäcker mit begnadetet Händen erwiesen. Neben Elisen Lebkuchen werkten wir am Germteig herum, fügten Mehl hinzu, kneteten wieder, fügten Mehl hinzu und wussten eigentlich gar nicht, was wir da eigentlich machen. Stand das im Rezept nicht anders? Egal! 
Schlussendlich hatten wir wunderschöne Figuren produziert (sogar anatomisch Korrekt) und aßen bereits unseren selbstgemachten Lebkuchen. Leider wurden die geplanten Haferflockenkekse nicht wirklich gut, so hatte der Müll also auch etwas zu naschen....
 
6.12.07 11:21


Teil II

Donnerstag, der 29.11.2007

 

 

 

Ich zwang mich dazu, meine Augen so lange wie möglich geschlossen zu halten, was verhindern sollte, dass ich mich wieder einmal ärgern würde, die Zeit nach dem Erwachen nicht effizient genutzt zu haben! So erhob ich mich erst als die Sonne schon hoch am Himmel stand (es war tatsächlich ein vom Wetter her ganz annehmbarer Tag!) und begann langsam mit dem Frühstück als Mareike hereinschneite – mit neuer Friseur und Tönung. Steht ihr wirklich ausgezeichnet, dass muss mal gesagt werden, vielleicht sollte ich demnächst auch wieder einen Friseur aufsuchen. Heute habe ich z.B. bemerkt, dass ich meine Haare bereits wieder zurückbinden könnte. Welch gute Gene!

 

Nun, das unaufhaltsame rückte dennoch näher. Mareike war entsetzt ob der Tatsache, dass ich am Vortag noch der Resignation nachgab und nur die chemische Theorie als abgehackt bezeichnet werden konnte. Jedoch war sie der Meinung, dass ich es, vielleicht auch mit der Hilfe meiner Tischnachbarin Anna, einem sehr schlauen Mädel, doch schaffen würde dein einen oder anderen Punkt zu ergattern!

 

Die erste Aufgabe des besagten Testat, so stellte sich heraus, war mit meinem Wissen wunderbar zu beantworten, da es sich um absolutes Grundlagenwissen handelte, was ich, im Gegensatz zu den meisten anderen, am Vortag ausgiebigst gelernt hatte. Aufgabe Numero 2 konnte mit Hilfe meiner Sitznachbarin gelöst werden...und Nummer drei hatte ich erraten. Einen Punkt wird es dafür wohl leider nicht geben, da kein Lösungsweg von mir angeschrieben wurde. Die Welt ging also nicht unter – wer hätte das gedacht?

 

Nach Beendigung der Praktika (ich war auf Grund des Schlafmangel etwas durch den Wind) in Chemie und Anatomie trag ich vor der Anatomie, wo Glühwein und Spekulatius zu kaufen waren, auf Sonja und umarmte sie stürmisch, da ich sie ja doch recht lange nicht mehr gesehen hatte! Gemeinsam machten wir uns daran Wein (sowohl rot als auch weiß zu kaufen um diesen, sprich den roten, zu Glühwein zu verarbeiten. Bei mir angekommen kochte ich uns eine leckere Scholle mit Spinat und setzte einen Topf auf, angefüllt mit Wein, Zucker, Nelken und Zimt. Den zugehörigen und umständlichen Korkenziehen musste ich bei meinem Nachbarn ausliehen (Sonja! Lies das hier!) und meine starke Oberpfälzerin war sogar in der Lage die Flasche nur mit Hilfe dieses Multifunktionstaschenmessers zu öffnen. Kompliment!

 

Schnell waren wir von besagtem Glühweinchen doch recht beschwipst und machten uns, ohne aufzuräumen, auf den Weg zu Sonjas Wohnung, wo wir noch eine Flasche Weißwein holten um dann ihren Freund abzuholen. Alle zusammen gingen wir zu Florian, einem meiner Studienkollegen, wo wie lachend und uns sehr gut unterhaltend die restlichen zwei Flaschen leerten. Als es für Sonja Zeit war aufzubrechen (sie würde am nächsten Tag um fünf Uhr aufstehen müssen, da sie ihren letzten Tag im Waldkrankenhaus verbringen musste) ging ich mit ihr, da neben ihrer Wohnung das Papa Joes zu finden ist, in dem bereits Steffi und Sonja auf mich warteten. Gemeinsam grölten wir bei der Karaokenight mit und leerten noch ein paar Spritzer und Bierchen bevor wir mit den Gläsern bewaffnet in die Kälte gingen um Steffi zum Bus zu begleiten. Auf dem Weg nach Hause, Theresa würde bei mir übernachten, verliehen wir so manchem russischem Brauch Ausdruck und lachten den ganzen Weg lautstark, so nahm ich Rache an den lauten Feiern meiner lieben Wohnheimsnachbarn...! Ja, ich bin ein Leischer geworden, und stolz drauf! Nur andere veröffentlichen ihre Entgleisungen nicht im Intern, ach, seis drum.

 

 

 

Freitag, der 30.11.2007

 

 

 

Ihr hättet uns sehen müssen! Nein, ihr hättet mich sehen müssen! Theresa sah selbst an diesem Morgen vollkommen normal aus, aber ich, aber meine Haare, aber meine Augen! So würde ich mich nicht in die Universität schleppen, daher bat ich Theresa bald nach Hause zu fahren, was sie auch bereitwillig tat. Später traf ich mich mit Leatitia, die in Erlangen eine Prüfung abgelegt hatte, die mit einem Dreier (eine Note, die ich als wirklich gut empfinde, mit der sie aber keineswegs glücklich war) benotet worden war, und Fabian. Frau L. Maaswinkel und ich entschieden uns eine Kleinigkeit zu kochen, da sie schon sehr lange nichts mehr zwischen die Beißerchen bekommen hatte, und so gingen wir geradewegs in den nächstbesten Supermarkt um Shrimps und Broccoli zu kaufen, woraus wir in meinem kleinen, und mehr als unaufgeräumten Reich, eine Sauce zauberten, die mit Dinkelreis gegessen wurde. Mundete vorzüglich, vor allem gesund! Fabian musste zuvor leider wieder zurück in die Arbeit, stieß aber zum Kaffee zu uns und wieder vereint überredete ich die beiden mit mir in das Glitzer- und Kitschgeschäft zu gehen, in dem Ulli und ich wenige Tage zuvor die golfenden Weihnachtsmänner gekauft hatten. Natürlich stellte sich bei Laetita schnell Begeisterung für all den Krimskrams ein, denn für sie scheint es nichts schöneres als sinnfreie und glitzernde Accessoires zu geben (Ich hoffe ich tue ihr hier nicht unrecht, aber schön langsam beginne auch ich ein Anhänger dieser kleinen Utensilien zu werden...). Neben meinem Vorsatz in besagtem Laden sehr viele Weihnachtsgeschenke kaufen zu wollen (macht euch auf etwas gefasst meine Lieben) war aber auch unsere Empörung ob der Verkäuferin ein weiteres, erwähnenswertes Detail. Sie plapperte unerhört offen über ihre Abneigung gegenüber den „Türken die ganz Erlangen aufkaufen“ und den „Indern die jetzt auch noch kommen“. Kein Vergleich zu der „Rattenscharf – Dame“, die vor wenigen Tagen Ulli und mich dort amüsiert hatte. Ein kleines Manko, aber durchaus zu verschmerzen.

 

Nach einem kleinen Bummel fuhr Laetitia zurück nach Nürnberg, während Fabian und ich uns dazu entschlossen auf einen Sprung in seine Wohnung zu fahren (von der ich annahm sie wäre ganz in grün gehalten da er ein sehr großer Anhänger dieser Farbe ist), was wir dann auch machten. Zwar verursachte das Zurückbringen der aus der Bibliothek entliehenen Dvds eine kleine Verzögerung, aber viele von euch wissen ja, wie viel Geld ich bereits für so manche Mahngebühr verschwendet habe...

 

Nach dem Einkauf von Essabilien im Hofer (Pardon, Aldi Süd natürlich) bereiteten wir diese in seiner Wohnung zu, die zwar durchaus viele grüne Aspekte beinhaltet, sonst aber sehr vielfältig und wohnlich eingerichtet ist. Wir unterhielten uns wie immer sehr gut und nach dem Essen ließen wir die Seele bei einem guten Film baumeln. Die Zeit verging viel zu schnell (eine unangenehme Nebenwirkung wenn man eine gute Zeit verlebt) und so fuhr ich gegen Mitternacht mit dem Bus nach Hause, wo ich erschöpft noch eine Kleinigkeit aß um dann, aufgekratzt von der Kälte und dem Essen, erst spät einzuschlafen...

 

 

 

Oh, und ich vergaß: Laetitia hat mir einen Adventkalender geschenkt! Wie schön!

 

 

 

Sonntag, der 01.12.2007

 

 

 

Eigentlich hatte ich ja vor gegen 12°°Uhr mein Haus zu verlassen um in den Bus nach Büchenbach zu steigen, der mich zu Fabian bringen würde, wo wir einen Kuchen backen würden, den wir dann im Zirkus würden verspeisen können. Leider hielt ich es offenbar für notwendig mich erst zu diesem besagten Zeitpunkt aus dem Bett zu erheben, und so duschte ich in aller Eile um dann von Fabian, was sehr nett von ihm war, abgeholt zu werden. Gemeinsam kauften wir die benötigten Zutaten und bei ihm angekommen aßen wir zur Stärkung erst Mal Palatschinken, bevor ich mich daran machte ohne Waage und äußerst seltsamen Messbecher, auf dem die Rede von „Pint“ war, eine Topfentorte zu backen, die, als sie endlich im Ofen war, mehr als herrlich roch. Fabian war mein Assistent, denn Teigverklebt bat ich ihn immer wieder entweder Butter, Ei oder Mehl hinzuzufügen, bis ich schließlich eine riesige Kugel Teig produziert hatte – sehr provisorisch die Sache also. Ähnlich verhielt es sich auch mit der Topfenmasse, hier ein Kompliment an meinem Gastgeber, der doch tatsächlich den benötigten Eischnee per Hand herstellte! Ich hätte wohl für mehre Tage einen außerordentlich lästigen und schmerzhaften Muskelkater gehabt...

 

Nach Beendigung unserer backkreativen Tätigkeit packten wir alles zusammen und stiegen ins Auto um nach Nürnberg zu fahren. Laetita hatte uns eingeladen noch auf einen Sprung zu ihr zu fahren, da kann man nicht nein sagen. Immerhin wussten wir beide nur so viel: Ihr Zimmer würde wohl von der Farbe Rosa dominiert sein. Ein herrlicher Anblick also, den man auf keinen Fall verpassen wollte. An der Regensburgerstraße parkten wir das Auto um mehr als eine dreiviertel Stunde herumzuirren bevor wir vor dem Zirkuszelt, blau – weiß gestreift und hell erleuchtet, ganz so wie man es sich in seinen Vorstellungen ausmalt, zu resignieren. Dort warteten wir auf Laetitia die uns dort zu treffen vorhatte, denn wer traut es uns schon zu in einer so großen Stadt auf Anhieb etwas zu finden? Als sie endlich kam, auf ihrem uralten Drahtesel, geschmückt mit weißen Plastiktulpen begannen wir sofort wieder in einer herrliche Stimmung zu verfallen und erblickten schon bald die zwei „Türme“, ein Studentenheim wo sie ihr kleines Zimmerchen bewohnte.

 

Es war herrlich! Ganz in rosa, lila und rot, vollgestopft mit Krimskrams und mehr als wohnlich präsentierte sich ihr Reich und Laetita verwöhnte uns mit Ananas und Obst. Leider blieb und nicht allzu viel Zeit denn schon um 20°° würde der Zirkus beginnen...

 

Ein unglaubliches Schauspiel wurde uns dargeboten. Schon beim Betreten des Geländes wurden wir von dem Geruch nach Popcorn und gebranntes Mandeln überwältigt, die Stände waren hell erleuchtet und überall gab es Dinge zu bewundern und bestaunen. Begeistert betrachteten wir alles mit übergroßen Augen und konnten den Beginn der Vorstellung kaum Abwarten, versuchten die verbleibende Zeit mit dem Essen unseres Kuchens und lautem Lachen zu vertreiben, was und ausgezeichnet gelang. Bald schon stürmten Clowns und Pferde, Artisten und Tänzer die Bühne und zeigten uns bewundernswerte Kunststücke ebenso wie mehr als amüsante Possen. Gebrannte Mandeln, bunte Farben, glitzernde und funkelnde Kostüme, lautes Lachen und erstaunte Gesichter. Das ist Zirkus. Ich liebe Zirkus!

 

Wir beendeten diesen herrlichen Abend mit gemütlichem zusammensitzen bei Laetitia und dem Blättern in Kunstbüchern.

 

Ich war seelig...

 

3.12.07 14:25


Teil I

Montag, der 26.11.2007

 

 

 

Nach einer durchaus geräuschintensiven Nacht, verursacht durch die ständige Beanspruchung der Luftmatratze, die meine Mutter uns mitgegeben hatte, erwachte ich recht früh und entschloss mich, wie am Vortag bereits überlegt, zum Bäcker zu fahren um frisches Brot und Marmelade zu besorgen (da mein Schwesterherz einen Wunsch diesbezüglich geäußert hatte – wer kann da schon sein sagen?). Nach einer kleinen Irrfahrt, da ich, unentschlossen wie ich nun mal bin, nicht in der Lage war mich für einen Bäcker zu entscheiden, geschweige denn wusste ob „Fränkisches Hiffenmark“, hergestellt aus Hagebutten, gut schmecken würde oder nicht eher gewöhnungsbedürftig, kam ich wieder zu Hause an, wo bereits auf mich gewartet wurde. Den Koffer als Tisch verwendend saßen wir am Boden und genossen unseren Kornspitz, bevor wir, keine Minute früher als unbedingt notwendig, aufbrachen um uns eine klinische Vorlesung in der Anatomie anzuhören, gehalten von einem Herzspezialisten des Erlanger Klinikums. Dort angekommen versäumte ich nicht, jeden auf meine Schwester hinzuweisen (auf die ich ja zu Recht stolz sein kann – nein Ulli, ich hatte eigentlich nicht vor so dermaßen intensiv zu schleimen...) die wahrscheinlich vieles besser wusste als ich dummer Erstsemestler – es mich aber nicht spüren ließ! Immerhin weiß ich nun, dass ein weltberühmter Herzspezialist, der nun in Amerika ansässig ist, in Erlangen studiert hat und hier auch als Tutor tätig war. Niemals hätte Frau Lütjen – Drehstuhl vergessen und darauf hinzuweisen...wir können schon mächtig stolz auf unsere Hochschule sein! Unglaublich!

 

Wir verließen nach einer knappen Stunde wieder das Refugium des Wissen um lachend und blödelnd die Stadt zu durchforsten, kitscherfüllte Läden um ihre golfenden Weihnachtsmänner und funkelnden Schwäne zu erleichtern und mit Fingerpuppen zu spielen – Miesmuscheln die Marienkäfer fressen, wer hat davon nicht schon gehört? Das war ein Spaß!

 

Natürlich versagten und schon bald die Beine den Dienst und so überlegten wir, welche Speise uns wohl am ehesten der Dekadenz frönen würde lassen und entschieden uns für Garnelen, die sofort gekauft wurden und zu Hause angekommen zu einem, Rissotto nicht unähnlichen, Mahl verarbeitet wurden. Angefüllt mit Meeresfrüchten ruhten wir, Mareike war bereits wieder zu uns gestoßen, liegend auf Bett und Boden und ließen es uns gut gehen. Des Glückes nicht genug gaben wir dem Drang nach Süßem nach und machten uns auf den Weg zur Yoghurt – Bar wo Mareike und ich „Eis mit Heiß“ (Frozen Yoghurt und eine heiße Pflaumen- bzw. Himbeersauce) bestellten, meine Schwester, untypischer Weise, einen Bananensplit (wo sie doch normalerweise eher auf die etwas pikanteren Schlemmereien anspricht). Nun, da uns so richtig schön schlecht war, erwies sich der anschließende Spaziergang als mehr als anstrengend und nach einem kleinen Bummel in der Hauptstraße (wo wir einen herrlichen ein Euro Laden fanden) und den Arcaden, ergriff uns die Erschöpfung mit ihrer starken und drückenden Hand – wir konnten uns nichts schöneres mehr vorstellen als einfach vor einem Film zu liegen und einige Stunden gar nichts zu machen. Gesagt getan. Weitere drei Stunden lang beschäftigte uns der zweite Teil von „Angels In America“ und stimmte uns traurig und fröhlich zugleich, nur wenige Filme vermögen dies zu erreichen...

 

Sehr glücklich war ich auch ob der Tatsache, dass Mareike und Ulli sich sehr gut zu verstehen schienen, wir hatten sehr viel Spaß ob der Direktheit meiner funktionellen WG – Partnerin und viele blöde Sprüche machten diese paar Tage zu einer gelungenen Abwechslungen (immerhin hatte ich ein bisschen Heimat hier in Erlangen).

 

Nach Beendigung des Films schickten wir uns an fein essen zu gehen, in genau dem italienischen Restaurant in dem, einige Wochen zuvor, bereits einmal Mama, Ulli und ich gegessen haben und wir mit dem gesamten Ambiente mehr als zufrieden waren. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht: Goldbrasse und Lasagne, ausgezeichneter Wein und eine wirklich gut Unterhaltung – was will man mehr?

 

Alleine saßen wir gegen Mitternacht noch in der Havanna – Bar wo wir uns einen Cocktail gönnten bevor wir, vielleicht ein ganz klein wenig beschwipst, durch die Eiseskälte nach Hause wankten...

 

 

 

Dienstag, der 27.11.2007

 

 

 

Leider musste ich meine Schwester während meiner Anatomievorlesung für längere Zeit alleine lassen, somit werde ich wohl keine Auszeichnung als der Welt bester Gastgeber bekommen, ich glaube aber sie genoss die Ruhe, die somit in meiner Wohnung einkehrte und nutze die Zeit um ausgiebig zu duschen bzw. ihre Heimfahrt zu planen. Anatomie grenzte heute tatsächlich an komplette Sinnlosigkeit, da unsere Dozentin mehr als verwirrt zu sein schien und uns selbst die einfachsten Zusammenhänge nicht erklären konnte. Wer weiß welche alterbedingte Vergesslichkeit diese Dame schon plagen mag, aber, um nicht zu gemein zu werden, muss gesagt werden, dass sie meist eine wirklich sehr kompetente Lehrende ist. Aber manchmal...kein weiteres Kommentar hierzu!

 

Viel zu schnell verging die Zeit während meiner Mittagspause und so begleitete mich Ulli bereits mit gepackten Koffer am frühen Nachmittag zum Seminar, wo wir uns leider verabschieden mussten und ich doch recht traurig im kleinen Präpariersaal zurückblieb um die erlernten Sinnlosigkeiten zu vertiefen. Ich hoffe bald wieder mein Geschwist zu sehen, denn sie fehlt mir doch sehr...

 

Der Rest des Tages wurde von Chemie und der Angst davor bestimmt...hier ein Danke an Mareike die mir immer unterstützend zur Seite stand...

 

Abends war ich nicht mehr im Stande auch nur einen Strich Chemie zu betrachten und so entschloss ich mich dazu den Film „Dogville“, der von der Grausamkeit der menschlichen Natur und den damit verbundenen Auswirkungen handelt, anzuschauen, der mich, nicht zuletzt auf Grund der bereits bestehenden Traurigkeit ob der Heimreise meines Lesterschweinchens, doch sehr mitnahm. Ein unruhige Nacht folgte...

 

 

 

Mittwoch, der 28.11.2007

 

 

 

Ich schreibe nur ungern über Tage, die nicht gerade geprägt waren von Fröhlichkeit und freudigen Ereignissen, aber auch diese Zeiten gibt es, und ich bin froh, dass sie meist nicht allzu lange andauern! Chemiebedingte Angst (die auf Grund der Tatsache, dass das morgige Testat nicht wirklich meine Abschlussnote beeinflussen würde, vollkommen unangebracht war) überschattete den gesamten Tag und bald konnte ich mir ob der Masse an Stoff nicht mehr konzentrieren. So viel wie möglich versuchte ich mir in der verbleibenden Zeit anzueignen, merkte bald, dass ich, entgegen meiner zuvor gebildeten Meinung, doch die Grundlage würde wiederholen müssen. Gesagt getan, Atombau, Lichtquanten, Periodensystem, Wechselwirkungen und Bindungen, Reaktionsgleichungen etc...all dies musste wieder nachvollzogen und verstanden werden, was mir, Gott sei Dank, mehr oder weniger gut gelang. Typischerweise scheiterte ich jedoch an den Rechnungen und Mareike musste mich mit der Idee Waschen zu gehen davon abhalten, meinen Kopf ob meiner Dummheit immer und immer wieder auf den Schreibtisch zu schlagen (ich neige wie ihr wisst zu Übertreibungen...) und das Denkvermögen zu erhöhen. Wahrscheinlich wäre ohnedies eine Verminderung damit einhergegangen...

 

Zumindest das biologische Praktikum war durchaus lustig, Stierspermien und ähnliches holten das in uns verborgene, pubertäre Kind hervor und ließen uns manches Mal sehr laut lachen. Jaja, wir dummen kleinen Kinder...!

 

An sich hatte ich mir vorgenommen die gesamte Nacht Chemie zu lernen. Welch gute Witz, erschöpft wie ich war wollte ich eigentlich nur noch schlafen, was mir aber aus Angst nicht allzu gut gelang...

 

2.12.07 17:02


Lange nichts gehört? Das darf nicht sein!

Donnerstag, der 22.11.2007
 
Natürlich leutete auch heute der Wecker wieder vollkommen umsonst. Eigentlich war es mein erklärtes Ziel etwas früher aufzustehen, konträr dem oftmals propagandierten, studentischen Lebenstil, und mir den Lungenkreislauf sowie das Herz zu Gemüte zu führen, auf dass ich den restlichen Tag würde genießen können, ganz ohne die Angst im Nacken wieder erst in letzter Sekunde die gewünschte Stoffmenge in mein Gehirn gepflanzt zu haben um das anstehende Testat mit einem guten, und somit wünschenswerten Ergebnis zu bestehen. Aber das lange und ausgiebige Frühstück (von dem ihr hier ja so oft lest) und die maßlose Verschwendung von Wasser unter der Dusche entschädigten mich vollends. Einige Seiten konnte ich danach ja trotzdem noch lernen, auch wenn bald Mareike vor meiner Tür stand um zu kochen. Bratkartoffeln mit Karotten – sehr schmackhaft und der Grundlage genug um das bevorstehende chemische Praktikum ohne hörbaren Hungergeräusche hinter uns bringen zu können. Anna meinte ich rieche nach Essen. Ebenso Chris, der nach dem Kurs, der als durchaus stressig beschrieben werden kann, noch mit Mareike, Anna und mir einen kleinen Kaffee in meinem Heim trank. Tja, kochen können wir. Die anderen scheinen mehr als neidisch zu sein – zumindest bekommen sie Appetit wenn unsereiner in der Nähe ist...
Warum aber war besagtes Praktikum so anstrengend? Man hielt uns vor zu langsam zu arbeiten! So mussten wir also den chemischen Garten, den Kationenaustausch und so manch anderes Experiment unter Zeitdruck bewältigen und wieder einmal glitt der Nutzen dieser Lehrveranstaltung in den Bereich der Minusstellen ab, da keiner nun in der Lage war an jedem Versuch adäquat teilzunehmen und diesen, zumindest in seinen Grundzügen, zu verstehen. Immerhin war nun jeder für sich mit einem einzigen Experiment beschäftigt und versuchte die Gruppe nach der vorgegebenen Zeit wieder in die Freiheit der Stadt Erlangen zu verhelfen. Wer weiß, wohlmöglich hätten wir am Ende noch nachsitzen müssen... Aber was beschwere ich mich? Immerhin war ich derjenige, der eine Universität mir fast schon schulischem Flair ausgesucht hat – und ich habe ja nicht die schlechteste erwischt!
Nach dem erwähnten Schluck Kaffee betrachteten wir im Seminar Herz- und Lungenpräparate, groß und klein, mehr oder weniger beansprucht und/oder krank. Die Lunge an sich ist wenig interessant, am Herzen jedoch kann man sehr viel von dem zuvor erlernten beobachten und versteht vielleicht sogar manchen Zusammenhang besser als vorher – das lob ich mir am Medizinstudium: man hat etwas zum Anfassen!
Mit Mareike ging es am Abend in den Film „Free Rainer“ der unsere Erwartungen voll und ganz erfüllte. Schon oft hatten wir die Vorschau im Kino gesehen uns waren uns (mehr oder weniger) einig, ich auf alle Fälle in den Lammlichtspielen genießen zu wollen. Stefanie hatte ursprünglich auch vor mitzukommen, wer weiß welche Verwirrungen schlussendlich Schuld waren, dass sie doch zu Hause blieb.
Aber zurück zum Film: In einer gekonnten Persiflage wird der Einfluss des Fernsehens auf unsere Gesellschaft gezeigt und in einer unwahrscheinlichen Utopie endend, wird Deutschland (und auch Österreich?) zu einer besseren, da kreativeren Gesellschaft verholfen. An dieser Stelle bleibt mir nur eines zu sagen: Wie gut, dass ich keinen Fernseher besitze, auch wenn mir Spongebob manchmal doch sehr fehlt...
 
Freitag, der 23.11.2007
 
Chemie erwartete uns mit lustigen Rechnungen und dem ungetrübten Humor unseres Herrn Dozenten. Manchmal, nur manchmal wünsche ich mir, alles zu verstehen was er so von sich gibt. Dann aber komme ich zur Vernunft und bin froh ein Denken von eher praktischer Natur mein Eigen nennen zu können. Irgendwie, glaube ich, kann einem das im Leben mehr als Hilfe dienen als das universelle Verständnis so mancher Naturwissenschaft. Aber wie sage ich so gerne: Besser Chemie als Physik. Und dabei bleibe ich.
Mareike und ich entschlossen uns ausnahmsweise Biologie ausfallen zu lassen um noch ein wenig der Anatomie zu frönen. Immer wieder begeistert mich meine „funktionelle“ WG – Partnerin mit ihrem klinischen Wissen, natürlich auch erklärbar durch ihre Sanitäterausbildung. Man hört ihr aber einfach zu gerne zu und glaubt, nein, ist sich sicher, dabei noch sehr viel lernen zu können...
Das Testat an sich war ein großer Spaß! Wie das? Nachdem ich neben Martina saß (die den Nachnamen und Humor mit einer gewissen Amelie teilt, was die beiden zu einem eingeschworenen – und sehr amüsanten – Team macht) wusste ich noch vor Beginn der Prüfung eine der Fragen, die mich erwarten würden. Denn was machte die Kleine? Sie schob ganz einfach das Blatt an den Rand des Tisches, beugte sich nach unten und las ganz unverschämt was da so stand. Da soll noch mal einer sagen, ich wäre der Meister des Schummelns. Da kann ich nur lachen! Gefreut habe ich mich darüber, wie ihr euch vorstellen könnte, sehr!
Der Nachmittag war geprägt durch das Kopieren eines ganzen Skriptes (für nur knapp anderthalb Euro!) und den Durchlesen von chemischer Theorie, denn schon bald würde ich das erste Testat in diesem Fach schreiben müssen. Ein ganz und gar unschöner Gedanke.
Eingekauft und gegessen wurde auch, bevor sich meine Mitbewohnerin (quasi, meine ich natürlich) und ich nach Nürnberg aufmachten, da wir zu Johannas Geburtstagsfeier eingeladen waren. Ihrer mehr als komplexen Wegbeschreibung folgend erreichten wir nach der Benutzung von Zug, U-Bahn und Schusters Rappen endlich ihr Haus, um schon beim Eintreten von einer perfekt gestylten Gastgeberin empfangen und mit Champagner verwöhnt zu werden. Passend zu diesem Ambiente waren auch, neben dem Haus, die anderen Gäste, die geschmückt mir teurer Kleidung und Accessoires in kleinen Grüppchen standen und kichernd über allerlei Oberflächlichkeiten plauderten. Vielleicht tue ich ihnen hier Unrecht, aber als Außenstehender nahmen wir dies alles so wahr und auch war es somit kein Wunder, dass wir ein Glas nach dem anderen leerten. Johanna präsentierte uns ein reichlich gedecktes Buffet und öffnete Flasche um Flasche. Ganz wie ihr euch vorstellen könnt wurde der Abend immer lustiger und lustiger, endete aber, und hier ein Danke an Mareike, die mich zu Bett brachte, für mich sehr früh in Johannas Gästezimmer. Jaja, klein, schmächtig und Alkohol verträgt sich nicht gut. Aber wer verzichtet schon freiwillig auf Champagner, wo er doch so gut schmeckt...?
 
Samstag, der 24.11.2007
 
Gegen elf erhob ich meine müden Glieder aus dem Bett und torkelte die Treppen hinunter Richtung Küche, um dort prompt auf Johannas Mutter zu treffen, mit der ich mich, so weit ich mich erinnern kann, am Vorabend sehr gut unterhalten habe. Sie begrüßte mich mit einem Lächeln und der Zusage, Johanna sofort zu informieren, dass ich wieder unter den Lebenden weilte.
Ganz die perfekte Gastgeberin von gestern präsentierte mir Johanna ein reichhaltiges Frühstück, wobei ich nach dem wichtigsten Part, der „Aspirin Effekt“ und einigen Schluck Kaffee, mehr als eine halbe Stunde brauchte, bevor ich die ersten Bissen meines Brotes in Angriff nehmen konnte. Mein doch recht desolater Zustand hielt mich jedoch nicht davon ab ungebremst zu reden und so glaube ich, dass Johanna und ihr Freund (Sergio) doch recht froh waren, als ich mich gegen Mittag anschickte nach Hause zu fahren. Den gleichen Weg retour nehmend genoss ich den Sonnenschein dieses angenehm warmen Tages, war jedoch sehr froh nach kurzer Zeit und einigen Verwirrungen, was den Ticketkauf betraf, in Erlangen und schließlich in meiner Wohnung einzutreffen. Dort redete ich via Internet noch einige Minuten mit meiner Mutter bevor ich mich endlich dazu aufraffen konnte ein wenig an meinem äußeren Erscheinungsbild zu arbeiten, sprich: Die Spuren der letzten Nacht mit Hilfe von Wasser und Seife zu beseitigen, sodass Fabian, ein Freund von Laetita mit dem ich mich um drei treffen würde, nicht glauben müsste, ich würde Tag, ein Tag aus wie ein unausgeschlafener Uhu aussehen.
Kurzfristig zog ich es sogar in Betracht, das Treffen abzusagen, was, wie sich herausstellte, ein sehr großer Fehler gewesen wäre. Denn Fabian ist, ich hatte es nicht anders erwartet, ein wirklich großartiger Mensch. Vielleicht eine Spur zurückhaltender als die euch bereits zuvor vorgestellte Leati, aber auch ein Mensch mit dem man unglaublich viel Spaß haben kann, und das Gefühl jede Minute zu genießen. Erst tranken wir einen Kaffee in der Kaffeerösterei nahe dem Hugenottenplatz, bevor wir uns nach einem kleinen Spaziergang dazu entschlossen, noch einen Happen essen zu gehen (da ich, auch auf Grund meines übermäßigen Alkoholkonsums am Vortag, noch nicht wirklich viel im  Magen hatte).
Wir fuhren mit seinem Auto (welches in einer der unzähligen Betriebsgaragen von Siemens geparkt war, ja, der junge Mann arbeitet für besagte Firma) Richtung Süden um vor einem mexikanischen Restaurant zu halten, wo ich das erste Mal in meinem Leben einen Salat aus Kaktusblättern aß, welche, das muss gesagt werden, wirklich gut schmecken! Während all diesen Unternehmungen redeten wir nahezu ohne Pause über Belanglosigkeiten ebenso wie unsere Zukunftspläne und so manche tiefschürfenden Gedanken. Fabian ist also ein Mensch, den ich sehr gerne mag, ein Mensch, mit dem man über alles reden kann, auch, wenn man ihn erst vor wenigen Minuten kennen gelernt hat...
Nach einem kleinen Tee bei mir in der Wohnung, war es auch für ihn wieder Zeit aufzubrechen, nicht ohne Grund auch meinerseits, denn an sich hatte ich geplant, diesen Abend mit dem Lernen von Chemie zu beenden, was ich auch mehr oder weniger geglückt tat...
 
Sonntag, der 25.11.2007
 
Wie herrlich doch langes Schlafen ist. Mittags wurde gekocht und Nachmittags gelernt. Doch nicht nur ich spürte ein Gefühl der Angst in mir aufsteigen als ich mir Chemie intensiver als je zuvor zu Gemüte führte. Mareike war, als sie zum obligatorischen Vier – Uhr – Kaffee erschien, mehr als genervt von so mancher chemischen Berechnung die ich, wie mir elendiger Weise klar wurde, nicht einmal nachvollziehen konnte, geschweige denn je davon gehört habe. Nach Panikattacken unsererseits und dem Schwur mehr als Gewissenhaft weiterzulernen (Mareike zog es vor längere Zeit der geplanten Lerneinheit mit ihrem Freund zu telephonieren) drohte mir endgültig die restlose Verwirrung. Es gelang mir einfach nicht, egal wie ich die Formeln drehte und wendete, auszurechnen, wie viel Wasser nun eigentlich in einem Liter Wasser vorhanden ist. Mehr als einfach, aber in meiner Situation war jede Unbekannte in der zu verwendenden Formel ein kleines Monster, dass mich immer wieder aufschreckte und schlussendlich dazu trieb, Mareike mit Hilfe von SMS dazu zu bringen online zu gehen um diese kleinen bösen Tierchen endlich aus meinem Gehirn zu vertreiben, auf dass ich mich wieder konzentrieren könnte. Natürlich telephonierte Madame, was es ihr unmöglich machte meine Hilferufe zu lesen, und so blieb mir nur eines, Resignation. Der einzige Lichtblick: In wenigen Minuten würde ein Zug in Erlangen ankommen, aus dem meine Schwester steigen würde, um mich für zwei Tage mit ihrem Besuch zu erheitern.
Nachdem Mareike bei mir eingetroffen war, machten wir uns daran eine Kleinigkeit zu kochen, wobei ich dabei die Zeit fast übersehen hätte und sie überhastet mit dem Kochlöffel in der Hand zurückließ, mit der Bitte doch einfach etwas schmackhaftes zu zaubern. Zu Fuß lief ich zu dem Plätzchen, an dem ich meinte gestern mein Rad abgestellt zu haben, fand es erst nach einiger Zeit (offenbar war beim Abstellen noch ein wenig Restalkohol im Spiel) und sauste los in Richtung Bahnhof um dort festzustellen, dass der Zug, oh Wunder, Verspätung hatte.
Nach einigen Minuten des Wartens fuhr der Regionalexpress ein, und gleichzeitig eine in ihm eingesperrte Menschenmasse. Der Club! Der Club hatte doch heute ein wichtiges Spiel! So stelle sich heraus, dass scheinbar Menschenmassen aus allen Ecken des Ballungsraumes sich anschickten nach Hause zu fahren, und unter all jenen war nun meine Schwester zu finden. Nach kurzer Verzweiflung erblickte ich sie an einer Telephonzelle und hielt sie gerade noch rechtzeitig davon ab, mich sündhaft-teurer-Weise anzurufen.
Im strömenden Regen machten wir uns auf den Weg Richtung Henkestraße, lachten und redeten, wurden von Mareike mit einem duftenden Brokkoli Curry erwartet und legten nach beendetem Mahl den Film „Angels In America“ ein, der uns sehr mitnahm, auch, wenn wir nur die ersten drei Stunden sahen, da wir alle erschöpft zu später Stunde schlafen wollten.
Danke Lesterscheinchen, danke für deinen Besuch!
 

28.11.07 13:40


Laaangweilig

Sonntag, der 18.11.2007

 

 

 

Sehr lange schlafen. Sehr lange frühstücken. Sehr lange, sehr ausgiebig nichts machen. Sehr sehr sehr sehr lange Chemie lernen.

 

 

 

Montag, der 19.11.2007

 

 

 

Mareike und ich kaufen nun gemeinsam für die Woche ein, das lockerte dieses notwendige Übel etwas auf, und wir können unsere „funktionelle“ WG mit allerlei gemeinsamen Nahrungsmitteln auffüllen, die dann gemeinsam bezahlt, verarbeitet und gegessen werden. Ist eine sehr sehr gute Idee, denn sonst besteht die Gefahr einer würde mehr für das Essen ausgeben müssen und der andere davon profitieren...

 

Nachdem ich, mit vielen anderen, die Erstsemestrigentage organisiere schlossen wir und heute in der Kanüle kurz. Ich werde wohl die Ralley organisieren, das wir ein Spaß!

 

 

 

Dienstag, der 20.11.2007

 

 

 

Es gibt, oh Wunder, hier nur sehr wenig zu berichten. Eigentlich gar nichts. Wir haben wieder gekocht, gelacht und gebrummt (zumindest mein Bauch...)

 

 

 

 

 

Mittwoch, der 21.11.2007

 

 

 

Nach einer sehr unruhigen Nacht (mit so mancher Störung des Digestionstrakts und nicht ganz positiver Gedanken über das Studium, da im Moment doch recht viel zu lernen ist) schaltete ich den Wecker mit gekonnter Führung der Fingerspitzen aus und versuchte die Tatsache, dass ich eigentlich Chemievorlesung hätte so gut wie möglich zu verdrängen. Gelang mich eigentlich recht gut. Immerhin stand ich früh genug auf um es in die Anatomie zu schaffen, später noch als Mareike, die kurz vor Beginn der Lehrveranstaltung bei mir klopfte und von ihrem Kater berichtete, verschuldet durch die Mischung von Gin, Wein und Schnaps am Vorabend, den sie mit Theresa und Sonja zubrachte. Leider ging es mir gegen Abend nicht gerade ausgezeichnet, wie oben bereits angedeutet, und daher entschloss ich mich ausnahmsweise ein Mal fernzubleiben!

 

Noch einigen hastigen Schlucken Kaffee erreichte ich doch noch rechtzeitig die Anatomie um mich von den Ausführungen unserer lieben Elke verwirren zu lassen und das Elend von Mareike und Theresa zu betrachten, die beide eigentlich nur noch eines wollten: nach Hause fahren.

 

Nach einem kleinen Kaffe mit Lucy (einer Österreicherin, die zuvor bereits ein Jahr Zahmedizin studiert hat, und nun auf Medizin gewechselt ist) trank ich in der Yoghurt – Bar einen Kaffee und sie überreichte mir Altklausuren des chemischen Instituts und erzählte mir so manche Horrorgeschichte über das anstehende, zweite Semester. Hungrig wie ich war, wollte ich mit flauem Magen ebenfalls schnellst möglich nach Hause.

 

Gedacht, getan. Auch mich hielten keine zehn Pferde mehr in der Nähe der universitären Gebäude und so machte ich mich an meinem kleinen, aber feinen Schreibtisch daran den Aufbau und die Funktion von Herz und Lunge zu bearbeiten. Schade finde ich, dass wir uns für ein derart komplexes Thema nicht länger als eine Woche Zeit nehmen, denn alleine der Aufbau des Herzens ist so umfangreich, dass für das Verständnis der Funktionsweise sehr viel mehr Zeit aufgewendet werden müsste, als uns zur Verfügung steht. Aber so bekommen wir wenigsten einen Einblick in die Grundlagen und werden nicht gleich zu Beginn unseres Studiums mit Fachchinesisch überhäuft.

 

Nach einer Kochsession erhielt ich ein Nachricht von Mareike ich solle doch schnell zu ihr kommen, denn Max würde uns mitnehmen um ein weiteres, unsägliches Mal dem Biologiepraktikum drei Stunden unseres Lebens zu opfern. Zwar war es auch heute grundsätzlich sehr interessant, da wir die verschiedensten mitotischen Phasen einer Zellen betrachteten, und ich erst mal Chromosomen anhand einer Präparates betrachten konnte, aber all der vermittelte Stoff könnte komprimiert in einer knappen Stunde untergebracht werden. Und so sitzen wir meist gelangweilt da, amüsiert nur manches Mal über den schamhaften Charakter unseres Dozenten und gequält von den Tutoren, die uns fragen, was wir denn eigentlich sehen. Tja, was denn? Wäre durchaus interessant es zu wissen!

 

Immerhin hat man ab und an etwas zu lachen...

 

Griechischer Salat und Reste am Abend machten immerhin diesen Lebenswert (wie tragisch das doch klingt...) und später chattete ich mit Muttern noch ein wenig. Wobei es halt doch etwas anderes ist als die Realität...

 

22.11.07 18:28


Stefan im Nürnbergland

Donnerstag, der 15.11.2007

 

 

 

Ach, der Donnerstag. Der ist ja schon viel zu lange her um mich an jedes Detail erinnern zu können (manche von euch mögen jetzt jubeln, da diese Aussage gleichbedeutend ist mit der Tatsache, dass ich wohl nicht allzu viel schreiben werde und somit nicht kostbare Minuten eures Lebens mit dem Lesen dieser Zeilen verschwendet werden. Ja – ich merke, dass meine Seite nicht allzu gut besucht ist...wobei dies inzwischen für mich als ab und an von Außenstehenden gelesenes Tagebuch fungiert).

 

Ich vermute, dass ich nach einiger Zeitschinderei und noch vor dem Mittagessen bei Mareike ein wenig Anatomie gelernt habe, da die Thematik dieser Woche als durchaus komplex zu beschreiben ist und somit ein für das Verständnis größeres Maß an Arbeit verlangt wurde. Nicht weltbewegend selbstverständlich, aber meine Unterlagen sind dieses Mal so schön wie nie zuvor (was Langeweile nicht so alles an zeichnerisch meisterhaften Darstellungen des Ösophagus hervorbringt...Ende der Selbstbeweihräucherung). Warum aber ist der Verdauungstrakt nun so kompliziert? Nun, die anatomischen Aspekte sind eher nebensächlich, wie versteiften und auf klinische Aspekte wie Iktarus und den histologischen Aufbau der Leber. Nicht ganz einfach – aber machbar.

 

Nach dem Essen ging es schnurstracks in Richtung Biochemie, wo wir das erste Mal chemische Experimente durchführten. Bewaffnet mit Schutzbrille und Kittel machten wir uns an die Flammenspektroskopie und Herstellung bunter Niederschläge, wobei niemand von uns eigentlich wusste was bei den Versuchen nun reagierte und wieso wir zu diesem oder jenem Ergebnis kamen. Ich brachte es auf einen Punkt: Es macht Spaß und das ist die Hauptsache! Natürlich war auch der Zeitmangel ein zu erwähnender Aspekt, denn anschließend müssten wir noch das anatomische Seminar mit unserer Anwesenheit beglücken und somit blieb für manche Versuche nur wenig Zeit. Aber das Wichtigste wurde von uns erledigt (und vieles davon von Anna und mir im Alleingang – nur das Ergebnis wurde gemeinsam beobachtet um ein uniformes Wort des Erstauens zu formulieren...)

 

Im bereits erwähnten Seminar stand uns heute ein Situs zur Verfügung an dem der Digestionstrakt demonstriert wurde und wir bedrängten unseren Tutor nach der Erklärung der embryologischen Entwicklung des Peritonealraums endlich etwas Klausurrelevantes zu erläutern, da mein Tisch ja am Dienstag nicht gerade mit sinnvollen Informationen überhäuft wurde. Gott sei Dank gelang es uns noch ein Wenig aus ihm heraus zu kitzeln...

 

Am Abend gingen Mareike und ich noch spazieren, unterhielten uns über brisante Themen unseres sozialen Umfelds (Lästern ist ein so starkes Wort...) und lagen auch lachen auf meinem Fußboden. Ihr könnt euch also vorstellen, welches Bild ich euch male...

 

Leider schlafe ich im Moment zu wenig, aber aus eigenem Verschulden, ich könnte immerhin früher ins Bett gehen!

 

 

 

Freitag, der 16.11.2007

 

 

 

Müde und ausgelaugt schleppte ich mich mit Kaffee und Frühstück im Rucksack zur Chemievorlesung um dort mit allerlei Säure- und Basereaktionen konfrontiert zu werden, die leider kaum bis zu meinen, vielleicht schon erwachten Teilen des Gehirns vordrangen. Nichtsdestotrotz schrieb ich fleißig mit und versuchte Zusammenhänge herzustellen, was schlussendlich ganz gut gelang. In Biologie ließ meine Aufmerksamkeit wiederum zu wünschen übrig, immerhin lernte ich nicht Anatomie, sondern starrte auf eine Folie, die mir eine Mito – Sephase zeigte. Eine was? Mito – Sephase? Ach, eine Mitose Phase! Himmel, das war eine schwere Geburt! Aber alle anderen bezeugten mir, sie hätten nicht einem Wort seiner Ausführungen, behaftet mit Langeweile, folgen können.

 

Ich finde es sehr schade, wenn ein Dozent nicht dazu in der Lage ist, den Stoff in einer akzeptablen und interessanten Art und Weise zu vermitteln...aber man ist ja bereits leidgeprüft...

 

Und wiedereinmal: Testat! Nicht allzu schwer aber in manchen Bereichen ein wenig vertrackt, nichtsdestotrotz habe ich trotz meiner mentalen Verfassung ganz gut abgeschnitten, so hoffe ich zumindest!

 

Mit Anna und Mareike verschlug es mich anschließend in die Yoghurteria, wo ich, hungrig wie ich war, eine Sellerie-Prosecco Suppe mit herrlichem Schwarzbrot zu mir nahm und mich über dieses und jenes unterhielt um schlussendlich erschöpft nach Hause zu gehen um dort unter die warme Decke zu krabbeln. Bis fünf Uhr nachmittags verließ ich es nicht mehr und die eine oder andere Minute fiel ich auch in einen leichten Schlaf aus dem ich leider von jedem noch so kleinen Geräusch geweckt wurde. Aber schön war es, und äußerst notwendig, bedenkt man meine Übermüdung, die ich zuvor ja bereits beschrieben habe.

 

Nach einem kleinen Einkauf bei Aldi (der unter einem guten Stern zu stehen schien – immerhin war das gesamte, tadellose Gemüse um 50% reduziert – ich glaube ihr könnt euch vorstellen wie viel ich zu tragen hatte!) kochte ich mir noch eine Kleinigkeit um dann, begleitet von einigen Missgeschicken, wie dem erneuten Aussperren meiner Wenigkeit und der damit verbundenen Aktion, den Hausmeister aus der Dusche zu holen, zu Stephanie zu fahren. Am Mittwoch feierte sie ja ihren zwanzigsten Geburtstag, und heute würden wir noch einmal gebührend feiern, abseits von all dem anatomischen Trubel. Bei ihr angekommen traf ich sogleich einige Kommilitonen und Freunde, wir öffneten sogleich ein paar Fläschchen und stießen lautstark an. Der Abend war geprägt von einer heimeligen Atmosphäre und tiefschürfenden (sowie auch einigen oberflächlicheren) Gesprächen u.a. mit Theresa, die ein wunderbarer Mensch ist, wie hier erwähnt werden sollte sowie der Vernichtung einer großen Menge an Essen und Spirituosen. Nach einer Flasche Wein (vernünftigerweise kombiniert mit Wasser) kann ich meine Stimmung rückblickend als sehr ausgelassen beschreiben und als wir uns gegen ein Uhr nachts auf den Weg zu Hörsaal machten entschloss ich mich dazu wohl besser nach Hause zu fahren um endlich meinen ersehnten Schlaf zu bekommen. Natürlich ließ man mich nicht ohne weiteres gehen, aber dem Eintritt (der immerhin 5 Euro beträgt) konnte ich dann doch entfliehen, auch wenn erst eine Stunde später als beabsichtigt. Nach einem (durch teuflischen Alkohol herauf beschwörten Hunger nötig gewordenen) Snack ließ ich mich todmüde ins Reich der Träume führen – im wahrsten Sinne des Wortes, denn schon lange habe ich keine derart realistischen Träume mehr gehabt!

 

 

 

Samstag, der 17.11.2007

 

 

 

Ihr werdet wahrscheinlich lachen, wenn ich euch erzähle, dass ich als regelrechter Frühaufsteher erst mittags aufgestanden bin, denn dies passiert mir äußerst selten! So verschob sich meine Tagesplanung ein wenig und nach dem Aufräumen meines Zimmers (was nicht lange anhalten würde), einer ausgiebigen Dusche und einem verspätetem Mittagessen war es bereits Zeit zum Bahnhof zu radeln um dort in den Zug nach Nürnberg zu steigen. Pia, die ihr ja kennt, hatte mir empfohlen mich über das berühmt – berüchtigte Studivz mit Laetitia, die in Nürnberg studiert, kurzzuschließen, was ich schlussendlich auf getan hatte. Heute war es also so weit – ich würde eine mir (noch) wildfremde Person treffen und war voller Hoffnung einen netten Abend zu verbringen.

 

Kaum trat ich aus dem Nürnberger Hauptbahnhof, traf mich Kleinstädter die ganze Wucht des Verkehrsaufkommens einer Metropole und verwirrt blickte ich links und rechts, konnte aber die von uns als Treffpunkt auserkorene Kirche nicht erblicken. So war ich regelrecht erleichtert über Laetitias Anruf und ihrem Vorschlag uns direkt vor der Touristeninformation zu treffen. Schnell lief ich dorthin um meine „Gastgeberin“ nicht mehr länger warten zu lassen und, was erblickte ich? Einen ganz in Rot gekleideten Eskimo, mit weißer Plüschkapuze und wallendem roten Mantel, gestiefelt und immer lauter lachend als sogar ich dazu in der Lage bin. Ich wusste: Das würde ein herrlicher Tag werden! Sie führte mich in rasantem Tempo durch die Innenstadt Nürnbergs und beide beglückten wir die Bevölkerung der Stadt mit lautem Lachen. Kirche um Kirche erblickte ich, immer eine Anekdote von der kunstbewanderten Laetita im Ohr. Ich drehte am goldenen Ring des güldenen Brunnen in der Hoffnung auf Glück und erfreute mich an den Giebeldächern der Stadt als wir von der Burg darauf nieder blickten. In einem Café gönnten wir uns Milchkaffee und Capuccino, sowie gemeinsam eine Waffel mit Vanilleeis und Kirschen, machten uns einen Spaß aus den verächtlichen Blicken der nicht gerade freundlichsten Bedienung, da wir wohl einen reservierten Tisch gestohlen hatten, redeten über Bücher, Theater, Kunst und Körperfunktionen (sowie allerlei anderer Haare sträubender Themen), lernten uns kennen und merkten, wie sehr wir uns ähnelten. Wieder in der Kälte der Nacht spazierten wir die Pegnitz entlang in Richtung Kneipenviertel, überquerten den Henkersteg und kehrten schlussendlich in der roten Bar ein, erreichbar nur durch das Café „Raum und Zeit“ (dort kommt man sich vor wie Alice im Wunderland!). Viele Gläser weißer Spritzer, Rosé und genervte Tischnachbarn, die wohl nicht so viel und so laut redeten wie wir, später torkelten wir noch Arm in Arm in den Vorraum um uns dann mit der Hoffnung bald wieder so viel Spaß haben zu werden zu verabschieden.

 

Im Zuge sitzend lächelte ich ob des Spaßes dieses Abends und freute mich, eine so wunderbare, exzentrische und liebenswürdige Person kennen gelernt zu haben.
18.11.07 17:45


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