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Photos für und von Einigen

Tja, das anatomische Seminar. Im Gegensatz zu einigen meiner sehr ernst agierenden Kollegen sehe ich die ganze Sache wohl etwas lockerer. Bringt auf alle Fälle eine Menge Spaß mit sich!

Gearbeitet wird natürlich auch. Hier der Stefan (nein, sieht der etwa aus wie ich?) wie er uns Unwissenden etwas näher zu bringen versucht. Gottseidank habe ich das Testat bestanden - tatsächlich, man konnte zu viel lernen!

In Salzburg! Das Knie! Also die kuhle Tante!

Und irgendwie scheint der Hang zu Alkohol (insbesondere Likör) in der Familie zu liegen...

Hier sieht man meine geliebten Freunde (und mich) sitzend (uns lachend) im Stein. Natürlich hatte der Alkoholgehalt des weißen Spritzers wieder nur Einfluss auf mich - aber so war der Abend umso lustiger! Ach, ich vermisse euch!

Und hier die Anatomievorlesung. Den Geist, den man über Frau Drecoll, die gerade wieder mit der Kreide auf der Tafel quietscht ("Das war doch noch gar nichts! Ich kann das noch viel besser!", sieht zeigt wohl die autochthone Rückenmuskulatur. Oder die Rectusscheide. Oder irgendwie sowas. Punkt

31.10.07 17:09


Ich mag euch...

Samstag, der 27.10.2007

 

 

 

Ich war zu Hause! Ich war zu Hause! Wie wunderbarst, wie herrlich!

 

Nun im Ernst. Es ist wirklich ein schönes Gefühl im seit Jahren ureigenen Bett die Nacht zu verbringen und all die Dinge und Stimmungen um sich herum zu spüren, die man, ist man erst einmal in der Ferne, nur allzu schnell vermisst. Selbst die Tatsache, dass sich an unserem Tollhaus in den wenigen Wochen nichts geändert hat, muss erwähnt werden. Aber was wäre meine Heimat ohne euch Narren (und das meine ich nur im positivsten Sinne – hier eine große Umarmung an meine Familie!).

 

Relativ früh stand ich heute auf um ja keine der wertvollen Minuten dieses Tages zu verschwenden. Nach einem ausgiebigen Frühstück machten sich Mama und ich zu unserem obligatorischen Samstagsshopping auf, dass immer fester Bestandteil unseres Alltags war und welches ich daher auch heute nicht missten wollte. Hier die Frage an meine Schwester: Erinnerst du dich noch an die Zeiten als wir zu dritt immer wieder Samstags unterwegs waren, im Café Ria noch vor dem Besuch des Supermarkts einen Capuccino und Gebäck genossen, all dies bei endlos scheinenden Gesprächen über die von uns verlebte Woche? Und natürlich gilt die Frage auch meiner Mutter, die ja ebenfalls fester Bestandteil dieses Rituals ist. Persönlich finde ich all das, und natürlich auch vieles mehr, uns mit einem festen Band umschlossen hat, sodass wir heute eine enge Gemeinschaft bilden – eine Familie. (Ganz zu schweigen von den sommerlichen Grillabenden mit einem guten Wein und den von Papa gezogenen Gemüse – das ist sowieso unbestreitbar wichtig).

 

Aber zurück zu dem eigentlich Verlebtem – denn viele von euch wird dieses schwelgen in Erinnerungen wohl verhältnismäßig wenig interessieren...

 

Nach besagtem Einkauf (den ich auch dafür nutzte wieder einen kleinen Vorrat an Lebensmittels in Erlangen anzuhäufen – mein Sonntags gepackter Rucksack hatte sehr darunter zu leiden, von meinem Rücken gar nicht erst zu reden) wurde mir ein leckeres Mittagsessen gekocht, eine Gefälligkeit die ich nur allzu gerne annahm, hatte ich doch in den letzten Wochen sehr viel Zeit an meinem Herd zugebracht. Kurzentschlossen machten wir uns im angemieteten Porsche (ja, mit diesem Auto zu fahren ist wirklich ein tolles Gefühl) auf zu meiner Großmutter und hielten noch kurz um Kuchen und meine Tante aufzuladen (ist die Mitnahme einer Person eine Ladetätigkeit? Wenn nicht bitte ich diese lapidare Formulierung zu entschuldigen!).

 

Besagter Kuchen wurde von meiner Anverwandtschaft mit größter Freude verspeist, während ich noch die Wirkung von Kaffee, Wasser, frischer Luft und Tomapyrin abwartete und meinem, für Salzburg ganz typischen, Kopfweh den Gar auszumachen. Als das endlich gelungen war, konnte ich meinen Apfelkuchen schlussendlich doch mit allen Sinnen genießen (der Stefan greift sein Essen auch an und hört, was es zu sagen hat) – die Unerhaltung mit Tantchen und Ömchen wurde dadurch selbstverständlich ebenfalls unbeschwerter, sodass wir, kindlich wie wir nun mal sind, bald zu singen begannen und, erwachsen wie wir nun mal sind, die doppeldeutigen Texte zu entschlüsseln...“Ich kenne eine Bar – nicht weit vom Knie – dort wo die Mädls am schönsten sind – nicht weit vom Knie – dort bekommt man was für sein Geld – nicht weit vom Knie“ bzw. „Im Garten sind die Pflaumen reif, Pflaumen reif, Pflaumen reif. Dort hängen sie ganz dick und steif, dick und steif, dick und steif. Rüttel mich! Schüttel mich!“ (Muss ich noch mehr sagen?)

 

Am späteren Nachmittag traf ich endlich meine Freunde wieder. Endlich konnte ich sie wieder in die Arme schließen – Leute, ihr habt mir wirklich extrem gefehlt! Auch wenn es in meiner Abwesenheit offenbar zu einem Verfall der Sitten gekommen ist – denn, was musste ich hören, Besuche bei McDonalds wurden zu etwas geradezu obligatorischem! Schämt ihr euch denn nicht? Aber Spaß bei Seite – ihr müsst auf eure Gesundheit achten! Immer ganz viel Vollkorn und Obst.

 

Und Franz, trink was!

 

So, nun kehre ich den Moralapostel wieder zurück in den hintersten Winkel und berichte von unserem Kinobesuch, bei dem wir uns „Lissy und der wilde Kaiser“ angeschaut haben, der, entgegen weitläufiger Meinung, wirklich amüsant ist und dem anschließenden Umtrunk im Café Stein. Wobei eigentlich nur Karl und ich dieser Bezeichnung gerecht wurden, denn heiße Schokolade zeigt ja kaum sie selbe Wirkung wie ein gepflegtes Weinchen...

 

Alles in allem war es also ein wunderschöner Tag, der erst um ein Uhr sein Ende nahm, als ich todmüde daheim ankam und sofort in einen tiefen und traumerfüllten Schlaf fiel...

 

 

 

Sonntag, der 28.10.2007

 

 

 

Erneut bin ich früh aufgestanden – am Liebsten würde ich mich dafür Ohrfeigen. Aber die Angst keine Minute des Wochenendes zu verschwenden machte es mir unmöglich meine Augen erneut zu schließen um zumindest die bei der Zeitumstellung gewonnene Stunde mit Schlaf wett zu machen.

 

Nichtsdestotrotz ließ ich den Sonntag verhältnismäßig ruhig an gehen. Eigentlich hatte ich noch so einiges vor, im Laufe des Tages kristallisierte dich aber die Tatsache heraus, dass Faulenzen im Kreis der Lieben doch eine der schönsten Sachen der Welt sein kann! Was verstehe ich denn nun unter Faulenzen? Tja, dazu gehören auf alle Fälle ein ausgiebiges Frühstück, ein herrlich ausdauerndes Schaumbad inklusive der Lektüre eines wunderbar seichten und somit sehr kurzweiligen Lustigen Taschenbuchs, ein kleines Nickerchen und fernsehend auf dem Sofa liegen, eingewickelt in eine dicke Decke und andauernd mit sinnlosen Gequietsche, Gelächter und Gerede den Film unterbrechend. Das ist ein Sonntag, wie er im Bilderbuche steht. Erwähnt werden muss auf alle Fälle auch der heimische Kaffee, denn ich kurz vor meinem Aufbruch gen Erlangen getrunken habe – ach wie sehr wünsche ich mir hier einen Vollautomaten...(Moment, sagen viele von euch, hättest du nicht viel lieber einen Hund? Ja, lautet die Antwort, natürlich!).

 

Mit dem Porsche zum Bahnhof gebracht betrachtete ich anschließend frohen Mutes die Anzeigetafel der Bahn um mit entsetzten festzustellen, dass meine Zugverbindung ersatzlos gestrichen wurde. Somit bleib mir nur, die nachfolgende Odyssee in Stichworten zu beschreiben:

 

-         Salzburg nach Freilassing

 

-         Freilassing mittels Schienenersatzverkehr (in einem hoffnungslos überfüllten Bus) nach Traunstein

 

-         Von Traunstein mit Verspätung nach München

 

-         In München einen zweiten, früheren Zug organisiert, der jedoch schlussendlich länger womit ich:

 

-         Den Anschluss in Nürnberg verpasste

 

-         Anschluss Nürnberg – Erlangen hat mehr als eine Stunde Verspätung

 

-         Um 2°°Uhr falle ich, nach einer Fahrradfahrt durch die eisige Nacht, erschöpft ins Bett.

 

Das Resümee? Ich fahr nur noch in äußersten Notfällen mit der Deutschen Bahn...

 

 

 

Montag, der 29.10.2007

 

 

 

Mit Augenlidern wie aus Blei tauchte ich in aller Frühe (sprich 10°° Uhr – also fast noch Nacht) in der Anatomie auf um die schönsten vorstellbaren Nachrichten zu erfahren: Ich habe das Anatomietestat bestanden und der Stoff für das Kommende würde bei weitem nicht so ausführlich sein. Also wenn das nicht ein Grund zu feiern ist. Dafür war ich aber zu müde – also einfach ein wenig Lächeln, das zeigte meine Zufriedenheit. Wie wir von unserer Dozentin erfahren haben sei eine Durchfallquote von 25% durchaus normal, sorgen bereitete ihr nur die Menge an Fehlschlägen bei den Zahnmedizinern – immerhin 50%. Aber ich glaube, dass sollte mich nicht allzu sehr bekümmern...

 

Leider Gottes haben auch Stefanie und Johanna das Testat in den Sand gesetzt, wobei gerade Steffi davon sehr enttäuscht war und sich daher dazu entschloss den Nachmittag nicht dem Lernen, sonder viel eher dem krassen Gegenteil davon, dem Faulenzen zu widmen. Gesagt getan – nach einem ausgiebigen Mahl bei Mareike (Spaghetti halt) redeten wir ein wenig über den jetzigen Stoffumfang und unsere Fehler der letzten Woche und kamen zu dem Schluss, dass Steffi wohl einfach viel zu viel gelernt hatte. Sie ließ sich von den Fragestellungen komplett verwirren und beantwortete nicht die Aufgabe an sich, sondern schrieb Details nieder die nicht Teil des Testats gewesen sind. Wie sagte man uns schon in der Schule: Bei universitären Prüfungen interessiert sich kein Mensch dafür wie viel ihr gelernt habt, es geht nur um die Möglichkeit einer schnellen Korrektur. Und das ist nur dann möglich wenn man präzise und knappe Antworten gibt, die nur das Gefragte zum Inhalt haben.

 

Stimmt!

 

Nach einem kurzen Besuch des Blattwerks (einem Copyshop in dem es so manche Anatomieklausur der vergangenen Jahre zu kaufen gibt) trieb uns (erneut) der Hunger sodass wir zu Steffi „auf den Berg“ fuhren (ich glaube manche von euch erinnern sich noch an meine Beschreibung dieses Hügels als eine Anhäufung von hohen Bäumen) um dort Maultaschen zu essen bzw. ich als Vegetarier eine zünftige Brettljausen mit Schwarzbrot und Käse. So gehört sich das!

 

Geholfen war ihr mit unserem Besuch auf alle Fälle, denn immerhin konnten wir sie so ein wenig ablenken und ihr auch den benötigten Mut zusprechen, um das Studium weiterhin durchstehen zu können.

 

Sie lernt wohl noch immer zu viel – aber immerhin nicht das gesamte Buch auswendig...

 

31.10.07 13:44


Eigentlich mag ich Anatomie ja ganz gerne...

Montag, der 24.10.2007

 

 

 

Der erste Tag der anatomischen Panikmaschine.

 

 

 

Dienstag, der 23.10.2007

 

 

 

Der zweite Tag der anatomischen Panikmaschine.

 

Sowohl in den zwei Stunden der Vorlesung als auch im Seminar an sich versuchte uns der Assistent von Frau Professor Doktor Lütjen-Drecoll den verbleibenden, für das Testat relevanten, Stoff nahe zu bringen und schürte in uns wiederum den Verdacht, er müsse die verlorengegangene Zeit der vergangenen Woche nachholen. Denn so gemütlich die Zeit mit der Drecoll war, so arbeitintensiv und informationsgeladenen waren die von ihrem Assistenten gehaltenen Einheiten. In uns wuchs dir Angst vor den kommenden Wochen in denen sich die beiden abwechseln würden und wir wohl von dem Zustand kompletter Entspannung immer wieder in ein tiefes Loch gefüllt mit dem Gefühlen von Unzulänglichkeit geworfen werden würden.

 

Als besonders erschreckend empfanden wir die Aussage: „Natürlich müsst ihr all das können, was in der Funktionellen Anatomie vom Herrn Rohen steht. Ich versuche euch nur das wichtigste ein zweites Mal zu erklären!“

 

Bitte hilft mir mal jemand, auf was habe ich mich da bitte eingelassen?

 

Nach dem Buch zu lernen hat auf jeden Fall einen unfehlbaren Vorteil: Man merzt dabei die im Vortrag eingebauten und sehr häufig auftretenden Fehler der Dozenten aus. Immerhin.

 

Nach einem (der letzten) faulen Nachmittage widmete ich mich meinem Berg von Schmutzwäsche. Berg ist noch freundlich formuliert, Massiv trifft es wohl besser. Nichtsdestotrotz hinderte mich die vergleichsweise kleine Waschmaschine nicht daran sie bis obenhin zu füllen. Während nun alles wusch und trocknete las ich und genoss die einschläfernden Geräusche des Salon. Sehr angenehm – das muss ich sagen.

 

Und sauber ist auch wieder alles.

 

 

 

Mittwoch, der 24.10.2007

 

 

 

Ich möchte hier eigentlich nur von diesem bisher einzigartigen Nachmittag erzählen. Fast den gesamten Nachmittag verbrachte ich am Boden sitzend, vor mir ausgebreitet meine Anatomie Mitschrift sowie diverse Atlanten, Rohens Funktionelle Anatomie (Hautaufgabe das Verständnis des darin Geschriebenen) und die Sobotta Lernkarten. Die Lernkarten waren, wie sich bald herausstellte, für unsere Zwecke unzureichend, und das obwohl Sobotta bekannt ist für die Benennung jeden noch so kleinen Fortsatzes eines Knochen. Die Menge an Termini an sich ist aber gar nicht das Problem, vielmehr machte mir die Tatsache zu schaffen, dass viele Bezeichnung im Rohen einfach einen neuen Namen bekommen haben (Einfach so! Wir könnten seinen Wohnwagen anzünden – einfach so!). Nach ausführlicher Ergänzung besagter Lernutensilien konnte ich zu fortgeschrittener Stunde endlich mit dem aktiven „Lernen“ anfangen.

 

Ich sage nur eins: Kaum war das Licht aus, schaltete ich es auf Grund meines schlechten Gewissens, nicht genug getan zu haben wieder an und lernte noch ein paar Wörter. „Ist doch jetzt auch egal – mach dir mal keinen solchen Stress“ sagte ich mir etwas später und viel in einen tiefen Schlaf.

 

 

 

Donnerstag, der 25.10.2007

 

 

 

Ausschlafen, endlich ausschlafen! Warum werdet ihr mich fragen? Ich denke du hast jeden Vormittag universitäre Verpflichtungen. Nun, Verpflichtung ist in diesem Zusammenhang vielleicht nicht das ideale Wort – denn nahezu niemand fühlt sich inzwischen noch dazu genötigt tatsächlich zu unmenschlicher Zeit in den Süden Erlangens zu fahren um sich von der dortigen Terrorherrschaft der Physiker desillusionieren zu lassen. Dann doch besser ein bisschen länger und ausgiebiger frühstücken. Sinnvoll genutzt habe ich die Zeit natürlich trotzdem, indem ich die am Vortag erarbeiteten funktionellen Gesichtpunkte der Anatomie nochmals verinnerlichte und die zugehörigen Termini mein Eigen machte. Eine doch recht zeitintensive Sache – das Lernen an sich macht aber durchwegs Spaß. Mehr auf alle Fälle als Physik...

 

Die von mir Mittags gekochte Gemüsesuppe mit Bohnengulasch nahm Mareike dann zum Anlass auf einen Sprung zu mir zu kommen – ein Sprung der mehrere Stunden dauern sollte. Begeistert von meinem Lernkarten (sie selbst hatte die Zeit mit dem Spielen von Solitär verbracht, unverkennbar hier die Ähnlichkeit zu meinem Schwesterleinchen) versuchte sie nun auch die wichtigsten Bergriffe zu erlernen, während ich im Internet verzweifelt nach einer Mitfahrgelegenheit zu suchen begann (ein Vorhaben das noch am Abend von Erfolg gekrönt sein würde).

 

Die Zeit verging wie im Fluge und kaum hatten wir den obligaten Nachmittagskaffee getrunken (endlich kehrt ein Alltag ein) fanden wir uns schon wieder im anatomischen Seminar sitzen. Das war ein Spaß! Ausgelassen wie noch nie spielten wir (vor allem ich) mit dem Schädel und dem dortigen Knochenmann – natürlich zerstörte ich auch das ein oder andere – aber Johanna machte sich sogleich wieder daran die von mir auseinander gepflückten Einzelteile zusammenzubauen. Ich glaube so etwas nennt sich „spielend Lernen“ – im wahrsten Sinne des Wortes. Leider findet auch das schönste Seminar sein Ende, aber ich wahr der Meinung wir hätten uns eine kleine Belohnung verdient – Palatschinken. Voller Begeisterung machten wir diese also und fühlten sie mich allem was zu finden war (besonderes Gustostück hierbei eine Füllung bestehend aus Apfelmuss und Mandarinenkompott).

 

Aber genauso wie das Seminar endete auch der Tag. Mit einer kleinen Lehreinheit. Denn wie hat der Tutor gesagt: „Wir haben der Lütjen-Drecoll zwanzig einfache Fragen präsentiert. Davon hat sie die sieben einfachsten ausgewählt und nochmals vereinfacht. Jeder der atmen kann muss die Prüfung schaffen“. Beruhigend, nicht wahr?

 

 

 

Freitag, der 26.10.2007

 

 

 

Nach nur wenigen Stunden Schlaf (ich bin der Überzeugung, dass der Vollmond daran Schuld sein musste – aber wer weiß ob der uns in dieser Nacht überhaupt mit seinem Antlitz beglückte...) begann ich meine Siebensachen zusammenzupacken und die Wohnung aufzuräumen, da ich ja im Laufe des Tages meinen Heimweg antreten würde. Viele fragen sich nun: Warum ist das Aufräumen hierbei eine wichtige Tätigkeit? In dieser Hinsicht bin ich wohl ein klein wenig wie meine Großmutter, die tunlichst darauf achtet ihre Wohnung sauber zu halten, um zu garantieren, dass niemand, sollte sie von uns gehen, über ihre hausfräulichen Qualitäten würde lästern müssen. Aber – gottbewahre – weder sie noch ich werden wohl in allzu naher Zukunft in diese Lage geraten. Nun ist es angebracht, drei mal auf Holz zu klopfen (oder eben auf den eigenen Kopf, sollte nichts anderes greifbar sein).

 

Nach einer durchaus interessanten, wenn auch mit dem ein oder anderen Blick auf die anatomischen Lernutensilien verbundenen, Chemievorlesung machten wir uns schweren Herzens auf den Weg in die Anatomie um dem unseligen Biologiedozenten unser Ohr zu leihen, der dieses Mal die zwei Stunden halten würde. Das Thema: Molekulare Grundlagen der Genetik. Der Dozent: Schlimmer als der Zellbiologe der vorangegangenen Woche. Stellenweise fühlten wir Mitleid in uns aufsteigen, da niemand dem Vortrag Gehör schenkte und seine leise und zarte Stimme immer wieder unterzugehen drohte. Bis auf eine wenige, sehr sehr fleißige meiner Kollegen dominierten also wieder Privatgespräche und – wie könnte es anders sein – die ein oder andere anatomische Lerneinheit. In meinem Fall wollten die Ligamenti der Halswirbelsäule, der Rippen, des Brustkorbs und der Hüfte nochmals wiederholt werden – denn immerhin würde unmittelbar im Anschluss ein Testat zu schreiben sein.

 

Alles umsonst.

 

Gut, ganz so horrend wie es der vorhergehende Satz es uns weiß machen will, war das Testat nicht. Im Gegenteil – einige der Fragen waren durchaus einfach zu beantworten. Durch meine doch recht umfangreiche Kenntnis des Stoffes (eine Tatsache, die mich u.a. auch sehr stolz macht) beantwortete ich aber so Manches nicht ganz im Sinne der Dozenten, denn zum Beispiel nicht immer werden die Kleinigkeiten eines Gelenkes gefragt sondern die allgemeine Funktion. Das ist also auch Universität. Prüfungen wie zu Schulzeiten – viel einfacher als man sie sich vorgestellt hatte...

 

Immerhin einen Vorteil beherbergte diese Situation. Die Anatomie – Vorlesung würde ausfallen und somit blieben Mareike und mir genug Zeit die verbleibende Suppe mit zu Frittaten verarbeiteten Palatschinken zu essen, bevor wir uns beide auf den Weg machen würden. Sie nach Wiesbaden. Ich nach München. Dann nach Trostberg. Dann erst nach Salzburg (und das in einem Porsche – aber dazu später).

 

Wie also würde ich am Tag des Bahnstreiks vorgehen? Ganz einfach – Mitfahrgelegenheiten. Die erste war Franz, ein Herr aus Garmisch der mit auf seinem Weg bis München mitnahm. Ganz wie ihr euch vorstellen könnte redete ich fast die gesamte Fahrt – ununterbrochen. Somit verging die Zeit für mich durchaus schnell (wobei ich nicht wissen will ob er nicht doch ein ganz klein wenig froh war mich an der nächstbesten U-Bahnstation rauslassen zu können...) und nun sitze ich hier am Marienplatz, halte einen Coffee to go in meinen Händen und tippe euch diese Zeilen.

 

Das Abenteuer wird weitergehen...

 

Es ging weiter! So sitze ich hier nun nach kurzer Fahrt im Servicezentrum der deutschen Bahn, nahe der S – Bahnstation „Oberschleißing“ um zu erfahren, dass die gesamte Fahrt wohl nach hinten verschoben wird. Ich hoffe nicht allzu weit in den Abend, denn langsam zeigt mir meine Müdigkeit, dass ich doch gerne nach Hause würde um meine Familie in die Arme zu schließen und meine Freunde endlich wieder zu sehen...

 

Nun gut, gefunden haben mich die beiden Informatikstudenten mit denen ich meinen Weg nach Trostberg antreten würde (wo bitte ist denn jetzt bitte dieses ominöse Trostberg?), jedoch konnten wir erst nach einer langen Irrfahrt durch die Peripherie Münchens antreten da wir noch die Kerstin aufgabeln mussten. Dies kostete und allen Nerven und natürlich auch Benzin aber schlussendlich konnten wir die Studentin des Musikbussines bei uns an Bord begrüßen und losfahren. Durch nebelverhangene Märchenwälder fahrend unterhielten wir uns wunderbar und an unserem Ziel angelangt, dauerte es auch nicht lange, bis ich auf meine Mutter traf, die mich, lieb wie sie nunmal ist, mit einem Porsche abgeholt hat um mich nach Anthering zu fahren wo bereits frisch gebackenen Brot und eine Kartoffelsuppe darauf warteten, von mir verspeist zu werden....

 

27.10.07 11:57


Wochenendimpressionen

Bevor ich mich wieder daran mache, sämtliche Knochen des menschlichen Körpers zu benennen, einige Bilder vom Erstemestrigenwochenende:

Ihr könnt euch, so glaube ich, vorstellen wie ich mich fühlte als bei diesem Spiel schlussendlich vier Leute auf mir saßen...

Gepflegte Unterhaltung bei gutem Essen - die Dame mit den blonden Haaren und der Brille ist die Anna - sehr nett!

Der atemberaubende Blick über die fränkische Schweiz - es war den (ohnedies nicht anstrengenden) Aufstieg wert!

Irgendwo am Horizont seit ihr meine Lieben...

25.10.07 09:14


Diese bösen bösen Studenten!

In diesem Augenblick sitze ich hier in meinem Zimmerchen und beendete das Lernen von Knochen und der Fortsätzen. Es wundert mich zwar, warum man einen Processus mit dem Wörtchen „pterygoideus“ benennen und dann noch ruhig schlafen kann aber es ist ja nicht an mir die anatomische Nomenklatur zu beurteilen. Sehr schon finde ich auch den „Sulcus sinus sagittalis superioris“ und die Ausformung des Schädels eines Neugeborenen – erinnert stark an die US – amerikanische Vorstellung eines Marsianers. Mir persönlich werden Kleinkinder ab sofort Angst machen.

Nach vielfachem Wunsch möchte ich aber nun von dem Erstsemestrigenwochenende berichten, denn dies schien die Frist vor dem Gang zum Galen zu sein. Gekonnte Übertreibung ist auf alle Fälle eine stilistische Eigenschaft die mir durchaus zu liegen scheint!

Fortsetzung Freitag, der 19.10.2007
 
Bei unserem kleines Selbstversorgerhäuschen angekommen machten wir uns gleich unter zur Hilfenahme der Ellbogentaktik daran eines der rar gesäten Betten zu erhaschen. Operation gelungen – sogar den oberen Teil eines Stockbetts konnte ich nun mein Eigen nennen. Als wir uns die Treppen wieder in Richtung Gemeinschaftsraum hinunterbegaben sahen wir sogleich die Mitglieder der Medizinerfachschaft einen Sesselkreis bilden und in uns stieg das dumpfe Gefühl auf, wir würden in wenigen Minuten Kennenlernspielchen bestreiten müssen. Gedacht, geschehen.
Natürlich waren diese nicht ganz so schrecklich wie anfänglich gedacht, wir konnten nun immerhin einen Bruchteil unserer Namen und merkten wer etwas schwerere Knochen hatte und wer eben nicht. Zur Erklärung: Es wurden Karten gezogen denen eine Bedeutung zugeschrieben wurde. Je nachdem welches Bild sie nun zeigten, mussten entweder die Jungs oder die Mädchen eines Sitz weiter rutschen oder eben jene, denen zuvor eine bestimmte Farbe (Eichel, Schelle etc...) zugeteilt wurde. Menschenpyramiden von mehr als sieben mehr oder weniger Fremden waren also nichts seltenes. Auch ohne Alkohol ein großer Spaß, wie ihr euch vorstellen könnt.
Um den etwas lästigeren Aufgaben zu entgehen, entschloss sich mein „Grüppchen“ (Mareike, Alex, Max, Johanna, Gloria, Stefanie und ich) gleich das Koche zu übernehmen und nach einem ausgiebigen Mahl (das organisatorisch gesehen eine Meisterleitung war – es ist gar nicht einfach eine für vierzig Personen ausreichende Menge zu produzieren) wurden bereits die ersten Flaschen geöffnet um die Sache etwas lockerer zu gestalten. Als mehr oder weniger großer Anhänger von Weißwein hatte Max, der gewettet hatte er würde eine Kiste Bier kaufen, sollte er den Terminologie wider Erwarten doch geschafft haben (er hat!), mir eben diesen mitgenommen und so war der Abend gerettet. Bier und Vodka hätten mir da wohl größere Schwierigkeiten bereitet. Immer wieder wechselte ich nun zwischen den Räumen, unterhielt mich mit den Anwesenden Erstsemestern, bevorzugte aber die Gegenwart der Fachschaftsmitglieder bzw. mitgefahrenen Zweitsemester, da diese wirklich zu Feiern verstanden. Der ganze Abend war gezeichnet von lauter Musik, Getränken im Überfluss, Anekdoten von allerlei Partys die uns wohl noch erwarten würden und so manchem, nicht ganz unbedarftem Spiel...
 
Samstag, der 20.10.2007
 
An dieser Stelle muss ich meiner Mutter sagen, dass sie sich keine Sorgen machen muss, ich hätte am Freitag dem Alkohol zu viel gefrönt, dem war nicht so! Ich weiß nur leider nicht mehr genau wie ich ins Bett gekommen bin – aber immerhin, dass ich in eben jenem Tags darauf wieder aufgewacht bin!
Nach einem ausgiebigen Frühstück, inklusive dem wohl schrecklichsten Kaffee meines Lebens, wollten wir nur Wenig später zu einem nicht weit entfernten „Berg“ fahren um von dessen Spitze aus das umgebende Land zu betrachten. Wie es nun mal so ist dauerte es aber seine Zeit bis alle sich erhoben hatten und der Letzte um etwa 2°° Uhr sein Müsli verschlungen hatte. Gemeinsam mit Max, Mareike, Alex und Steffi war die Fahrt zu besagtem Hügel ein doch recht lustige Angelegenheit und der Blick von der Spitze war atemberaubend. Einige Minuten versuchte ich dort für mich alleine zu sein, was natürlich bei der großen Anzahl an Menschen und der kleines Fläche des Gipfels kein einfaches Unterfangen war. So akzeptierte ich die Anwesenheit von kleinen Mädchen (ja, ich meine Studienkolleginnen) die mich unentwegt und wiederholt fragten, ob ich denn nun in diesen luftigen Höhen Österreich nicht vermissen würde. Meine bereits obligatorische Antwort: Natürlich, wo wir in Salzburg doch alle auf kilometerhohen Bergen wohnen....!
Nach nur kurzer Zeit lagen wir alle für längere Zeit an einem Hang um die Sonne zu genießen, die man in der Stadt nur allzu selten sein eigen nennen konnte, da es im Park doch um Längen zu kalt war bzw. man froh sein musste, wenn man zu den schönsten Stunden nicht gerade einer Vorlesung gebannt lauschte. Stefanie und ich unterhielten uns dabei sehr gut und auch auf dem Rückweg ließ der Spaß sich nicht zweimal bitten – eine sehr gelungene Art also den Nachmittag zu verbringen.
Wieder in Gaiganz angekommen wurde sogleich das Essen zubereitet (Toast Hawaii) und, wie könnte es anders sein, die ersten Alkoholika vernichtet. Vorreiter hierbei waren Max, Mareike (denn von unseren noch nicht ganz post – pubertären Kommilitoninnen sogleich eine Liaison angedichtet wurde), Benedikt, eine andere, punkige Stefanie, und natürlich Benedikt, der von meinem Mädelchen ordentlich gefordert wurde. Da er aber doch ein recht, wie soll ich es am Besten ausdrücken, „stämmiger“ junger Mann ist, machte ihm der halbe Liter Bier inklusive dem Weißwein „zum runterspülen“ nicht wirklich Schwierigkeiten. Problematischer war es in Bezug auf Chris,  der von Stefanie, die ein sehr unschuldig wirkendes Gesicht ihr Eigen nennen kann, bei so manchem Trinkspiel hinters Licht geführt wurde. Als das Chilli con Carne serviert wurde und bereits viele Spielchen ihr Ende genommen hatten (ich hatte mich hierbei auf weißen Spritzer festgelegt) war er somit ziemlich blau. Aber anderes hatten wir von ihm auch gar nicht erwartet...
Die restliche Nacht ist, wie ihr euch vorstellen könnt, mit den Worten feucht – fröhlich am Besten zu beschreiben. Leider zeigte der Alkohol bei mir doch recht schnell seine Wirkung, sodass ich bald (also zumindest nicht ganz so, nun ja, „früh“ am Morgen wie die anderen) in meinem Bettchen landete und in einen tiefen Schlaf fiel.
Sogar das Schnarchen von Benedikt konnte mich nicht wecken – ihr seht, was ich meine...
 
Sonntag, der 21.10.2007
 
Ich glaube, ich gönne euch hier einen nicht allzu ausufernden Bericht, da nicht wirklich viel geschehen ist.
Nachdem wir aufgeräumt hatten, und den Schuldigen ausfindig gemacht hatten, was die Verdreckung der Herrentoiletten betrifft, machten wir uns auf den Weg zurück nach Erlangen, wo ich einen wundervollen faulen Sonntag verbrachte. Ich aß, surfte im Internet, schaute mit ein wenig Anatomie an, sah mir einige Folgen Desperate Housewives and und versuchte Herr über die Folgen des Restalkohols in meinem Blut zu werden.
 
 

 

 
23.10.07 12:30


Födddös!

Nun noch einige Fotos, die zwar von horrender Qualität sind, aber immerhin besser als nichts!

Ganz zünftig wurde hier Kartoffelpüree mit geschwärzten Zwiebeln und Gurkensalat gegessen. Aus Mangel an Gedächtnisleistung weiß ich Moment leider den Namen des dunkelhaarigen Mädchens nicht mehr...nett war sie aber allemal!

Die Mareike ist ja immer krank. Und da muss sie zum Arzt. Da braucht sie natürlich Begleitung. Mich. (Muss sagen, sehr schöne Praxis - ich glaube ich habe meien zukünftigen Hausarzt gefunden - sehr nur diesen Arzneischrank!)

Die Erstsemestrigenralley! Ja, wir tragen Chirurgenmützen, ja, es war so richtig schön peinlich!

Ohne Worte, ist peinlich genug. (Hier am Südgelände - vor dem Hörsaal der Physik)

DAS ist jetzt IM Hörsaal...

Wir werden Ärzte, wir werden Ärzte!

21.10.07 17:49


Un wieder ein kleiner Roman für euch...

Mittwoch, der 17.10.2007
 
Der Tag der ersten medizinischen Vorlesungen war gekommen. Am frühen Morgen bereits machten wir uns müden Auges auf den Weg in die Chemie, die ja nur zwei Häuser weiter, in einem wunderbaren siebziger Jahre Bau untergebracht, zu finden ist. Erstmalig war ich auch zu spät dran, es sollte mir aber verziehen werden, da ich auf Grund der momentanen Neuerungen in meinem Leben doch sehr erschöpft bin. Ich hoffe, dass sich bald ein Alltag einpendeln wird, der auch Momente der Ruhe mit sich bringen wird. Das Ganze klingt jetzt natürlich sehr hochtrabend – aber stellenweise hoffte ich auf einige Stunden in denen ich einfach die Augen schließen und träumen könnte. Als Student ist das Leben dann doch etwas anders – und schlecht ja auf keinen Fall!
Aber nun genug von dieser Schwarzmalerei – ich kann euch versichern, dass ich mich über diese Veränderungen sehr freue – trotz der einsetzenden Müdigkeit.
Zurück zu den Vorlesungen. Grundsätzlich behandelten wir noch keine Stoffgebiete, in Chemie brachte uns der urbayrische Dozent zwei Stunden lang seine Unterrichtsphilosophie nahe, und das mit einem Humor der von seinem Aufenthalt in London beeinflusst ist – tiefschwarz also.
Was Anatomie betrifft lässt sich nur erwähnen, dass wir eine relativ betagte Dame als Lehrende unser Eigen nennen können, die die zu lernenden Seiten aus dem von ihr verfassten Buch auf die Tafel schreibt. Das Ganze erinnert somit sehr stark an die gute alte Schule. Das erste Testat schreiben wir bereits nächsten Freitag – ein dreifach Hoch! Alle Knochen, Knorpel und Bänder des Kopfes und des Rumpfs. Es ist aber sicherlich zu schaffen – ich sollte nur rechtzeitig mit dem Lernen beginnen.
Auf Psychsoz will ich gar nicht erst eingehen. Eine Stunde Schlaf kann ja nicht schaden!
So viel also zu den Vorlesungen, wie der restliche Tag an sich noch verlaufen ist, kann ich gar nicht genau sagen, da heute bereits der Samstag angebrochen ist und ich einige Minuten dieses Ertsemestrigenwochenendes für meine Schreibarbeit opfere. Wenn ich mich recht erinnere war es der erste Tag an dem mir Internet zur Verfügung stand, somit schrieb ich einige Mails, und, genau, versuchte Nina (aus Graz) mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, da sie in München auf der Suche nach einer Wohnung war. Endlich hat auch sie im Nachrückverfahren einen Studienplatz für Medizin bekommen – ich hoffe wirklich, dass alles für sie gut verläuft, sie eine Wohnung findet und ohne weitere Schwierigkeiten mit dem Semester beginnen kann.
 
Donnerstag, 18.10.2007
 
Physik. Physik im Südgelände. Weit weg also. Und noch dazu Physik!
Es war ein kalter und bewölkter Tag. Der eisige Wind umklammerte uns und schnell war klar, dass Max uns ein willkommenes Geschenk machte, als er fragte, ob wir denn nicht bei ihm im Auto mitfahren wollten. Die Antwort unsererseits war natürlich ein klares und unmissverständliches Ja.
Im tiefsten Süden angekommen fanden wir den Hörsaal nicht. Als wir dort schlussendlich doch angelangt waren, wollten wir sofort wieder zurück in unsere kuscheligen Betten, denn Unverständnis stand uns allen ins Gesicht geschrieben. Soviel dazu.
Gottseidank konnten Max, Mareike und ich Mittags noch unser am Vortag gekochtes Süppchen  verspeisen bzw. ein Schlückchen Kaffee trinken, um dann gestärkt an der Bücherbörse teilzunehmen, bei der wir uns das eine oder andere Schnäppchen zu ergattern erhofften. Operation gelungen. Für insgesamt nur 30 Euro kann ich nun den Rohen (Funktionelle Anatomie), Funktionelle Embryologie und dazugehörige Lerntafeln mein Eigen nennen. Zählt man meinen Prometheus und auch den Lippert mit, habe ich nun fünf medizinische Lehrbücher die mein Regal zieren (wobei eigentlich nur der anatomische Atlas als schön bezeichnet werden kann). Besagte Börse war außerordentlich gut besucht und schon nah kurzer Zeit waren wir alle einem klaustrophobischen Anfall nahe. Da kam die Tatsache durchaus gelegen, dass wir in Kürze das erste Mal ein anatomisches Seminar besuchen würden, sodass wir uns nach dem Ende des Kaufrausches gleich zum ehrfurchtgebietenden Haus der Anatomie begaben.
Eine ungeschriebene Regel nun besagt, dass man im zweiten Stock des Gebäudes nur mit einem weißen Kittel agieren darf (dementsprechend froh war ich, dass ich mir Stefanies Mäntelchen ausleihen konnte – wir beide waren überrascht, dass wir annährend die selbe Größe zu haben scheinen, erst dachte sie ja meine Schulter würden dieses wertvolle – und gebrauchte – Stück zerreißen). Schnell waren wir alle umgezogen, bewunderten uns gegenseitig und warteten voller Vorfreude, dass sich endlich die Türen zum Saal öffnen würden.
Tisch 6, dort würde ich also mit sieben weiteren Kollegen bald wöchentlich Knochen, Organe und Modelle begutachten können um das Wissen zu festigen und neue Erkenntnisse zu gewinnen. Momentan allerdings waren wir nur zu fünft, scheinbar dachte so Mancher das Seminar beginne wohl erst später im Semester, denn von Verfestigung konnte keine Rede sein. So sah man uns am Tische sitzen, die Augen gen Himmel gerichtet und fleißig die Knochen des Schädels und die Fortsätze der Wirbel auswendig lernend. Sinnvoll war es sicherlich, aber weniger spektakulär als anfänglich angenommen.
Um den ganzen Studienbetrieb und den immer gleichen Gesprächsthemen zu entgehen, trafen Mareike und ich uns am Abend mit Sonja, die sich entschlossen hatte ihr Studium, Elektrotechnologie, abzubrechen und mit einem Pflegepraktikum begonnen hatte, dass sie ihrem nächsten Ziel, dem Medizinstudium, näher bringen sollte. Gemeinsam tranken wir ein Gläschen im Pleitegeier (ein durchaus urigen Lokal, dass es scheinbar schon ewig gibt) um danach in den Lammlichtspielen, vergleichbar mit dem Das Kino, den Film „Trade“ anzuschauen. Auf Grund der sehr aufreibenden Thematik, es geht um ein mexikanisches Mädchen, dass als Sexsklavin in die USA gebracht werden soll jedoch von ihrem Bruder gerettet wird, waren wir sehr mitgenommen und entschlossen uns daher, nicht zuletzt auf Grund des recht anstrengenden Universitätsfreitag, die große Semesterfeier im E – Werk auszulassen um unsere müden Häupter zur Ruhe zu betten.
Sonja würde ja am nächsten Tag ohnedies wieder um 6°° Uhr morgen im Waldkrankenhaus erscheinen müssen.
 
Freitag, der 19.10.2007
 
Ich weise mit Entsetzten darauf hin, dass wir den gesamten Stoff einer einzigen Vorlesung mit dem klingenden Namen „Chemie für Mediziner“ während eines ganzen Jahres in der Schule behandelt haben. Noch ist für mich nichts allzu Neues dabei, ich fürchte aber in zwei Wochen in neue naturwissenschaftliche Sphären empor zu steigen. Oder es wird gestiegen und ich versuche hechelnd nachzukommen, wir werden sehen!
Biologie verhält sich da ganz ähnlich – wir alle hätten nur allzu gerne dem Dozenten mitgeteilt, dass wir Chemie erst in der Stunde zuvor das erste Mal lauschen konnten, denn seine Erklärungen in Bezug auf lipohpile Kohlenwasserstoffschwänzchen bei Membranproteinen ließen doch sehr stark zu wünschen übrig und ließ uns hoffen, irgendein Wunder würde aus uns sofort fertig studierte Chemiker machen. Diese Mirakel trat natürlich nicht ein – aber irgendwie werde ich eine Technik finden, das Wissen meines Lesterscheinchens auf mich zu übertragen. Dann müsste ich zumindest keine solche Angst mehr vor diesem „Nebenfach“ haben...
Anatomie brauche ich an dieser Stelle wohl kaum nochmals zu erwähnen – oder – doch! Da fällt mir doch glatt wieder ein, wie Frau Lütjen – Drecoll jede einzelne Endung der vermittelten Nomenklatur falsch wiedergegeben hat. Ist aber kein Beinbruch – richtig steht es ohnedies in ihrem Büchlein! (Ich werde versuchen die neben mir ratternde Ironie – Maschine wieder auszuschalten...)
Nach einem doch sehr anstrengenden Vormittag kochte ich für Mareike ein weiteres Mal Spaghetti, verbrachte den restlichen Nachmittag mit einer ausgiebigen Dusche und machte mich (mit leider noch nassen Haaren) auf den Weg zur Kanüle, da wir ja zum berühmten Erstsemestrigenwochenende aufbrechen wollten. Und wie dieses so war – soll ichs sagen, soll ichs sagen – nein, ich singe viel viel lieber – das erfahrt ihr ein andermal...
21.10.07 13:11


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