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Stefans Erlangen

Zugeben muss ich es, ein wenig aufgeregt bin ich tatsächlich. Und das, obwohl ich in den letzten Tagen und Wochen nur müde lächeln konnte wenn die obligatorische Frage "Dein Herz wird jetzt schon ganz schön klopfen nicht wahr?" gestellt wurde. Mit jedem Tag der vergeht und der mich näher an den Terminologie Blockkurs bringt werde ich etwas nervöser.

Hätte ich nicht doch besser den Kurs ohne Latein - Vorkenntnisse nehmen sollen? Kann ich denn überhaupt noch irgendeine der möglichen Deklinationsformen? Und - abseits des Unialltags - sind meine Mitstudenten wohl in Ordnung? Werde ich bald Anschluss finden, wird Erlangen nun wirklich meine zweite Heimat?

Nun, so könnte man dieses Abenteuer betrachten, aber so wie ihr alle, die ihr diese Zeilen lest, wisst, bin ich eher ein Mensch der alles unbedacht auf sich zukommen lässt und das Beste hofft. Wie heißt es so schön? Wird schon schiefgehen!

Mehr möchte ich für den Moment noch gar nicht schreiben, denn bis auf die sehr hektische Einschreibung und dem Montag meiner Träume (natürlich hier gemeint der Tag an dem ich, im Rahmen meines Praktikum an der wundervollen MKG - Chirurgie, bei einer OP assestieren durfte und kurze Zeit später von meinem Studienplatz erfuhr - davon später aber mehr) hat sich noch nicht allzuviel zugetragen.

 Vielleicht lasse ich aber ein paar Bilder von Erlangen auf euch wirken - denn die sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte...

 

Um den Schloßpark finden sich nahezu alle Fakultäten der Universität Erlangen - Nürnberg

Das ist sie also - meine neue Heimatstadt

Das Schloß als zentrales Universitätsgebäude

 

3.10.07 08:55


Wieder in Österlanden!

So ihr Lieben!

Nun schaffe ich es endlich wieder einen Eintrag zu verfassen - der hat schon lange genug auf sich warten lassen! Zu meiner Verteidigung muss ich natürlich erwähnen, dass ich in Erlangen momentan noch kein Internet besitze und die Menge an Gegenständen, die ich während der letzten drei Tage mein Eigen nennen konnte, hat sich extrem in Grenzen gehalten. Dementsprechend war auch der Laptop in Salzburg zurückgeblieben...

Ans sich hatte ich euch ja versprochen von dem Tag zu berichten, den ich als einen der schönsten meines Lebens bezeichnen kann - Montag, den 24.09.2007:

Ein Tag wie jeder andere? Nein - nicht ganz! Ein gewisser Trott hatte sich ja bereits eingependelt, denn bereits die dritte Woche verbrachte ich in der Mund - Kiefer - Gesichtschirurgie und absolvierte dort einen Monat meines Krankenpflegepraktikums. Natürlich konnte von Langeweile nie die Rede sein, denn Blutabnehmen, Infusionen "spiegeln" und anhängen sowie ständiges "Im-Weg-Stehen" im Verbandsraum, während die Ärzte (ein Hallo an alle - und natürlich besonders an Ingrid, Dr. Brandtner, Dr. Rippel, Monika und Dagmar) versuchten in dieser Enge ihre Arbeit zu verrichten, war nichte gerade selbstverständlich. Aber offensichtlich habe ich mich nicht allzu dumm angestellt, sonst hätte ich es ja wohl niemals tun dürfen (oder...?). Ein großes Dankeschön hierbei nochmals an die Station - ihr seit wohl das Beste was mir passieren konnte (jaja, jetzt schleimt er wieder der Stefan)! Aber um nicht allzuweit abzuschweifen zurück zu besagtem Montag. Nach dem Austeilen des Frühstücks und Beladen der Wäschewagen (Arbeit die der Praktikant - Ja - Hier! Ich! - mit Vergnügen übernahm) packte mich die Angst, ich könnte in der mit verbleibenden Woche das Pech haben keiner spektakulären Operation mehr beizuwohnen - also fragte ich Ralf (meinen lieben Herrn Stationsleiter) ob ich nicht heute dem Sinuslift beiwohnen könne. Die Antwort war, wie könnte es denn anders sein, natürlich "Ja".

Ich zog mich also um. Wie immer stellte ich mich an wie der erste Mensch, sodass mir Dr. Singh sogar helfen musste, die Kopfbedeckung, zumindest halbwegs adequat, an mir zu befestigen (auch hier nochmals ein Danke). Kaum betrat ich den OP schlug meine Nervosität in Vorfreude um, und als ich mich dem Patienten näherte wurde ich ungläubig gefragt: "Wer bist du denn bitte?" Wieder mal hatte ich also vergessen mich vorzustellen und stand bis zu diesem Zeitpunkt da wie bestellt und nicht abgeholt - um das Sprichwort zu bedienen.     

"Ähm, ich bin der Stefan, Pflegepraktikant auf der Kiefer. Ich würde mir gerne die OP heute anschauen..." "Und warst du denn schonmal dabei?" "Ja, auf der HNO und der Herz" "Dann weißt du ja wie man sich wäscht oder? Mach das mal, dann kannst du dem Herrn Oberarzt assestieren!" Und ich in einem Anfall von geistiger Umnachtung: "Aber das darf ich doch gar nicht, ich studiere doch noch nicht Medizin!" "Oh, das ist egal, nicht war Herr Oberarzt?" "Och ja, das ist egal!"

Und das Abentuer begann. Natürlich beschränkte sich mein Einsatz auf wiederholtes "Sich-Unsteril-Machen", Hacken halten und Saugen, aber allein das Gefühl dort sitzen zu können und hautnah bei der Transplantation von Knochen des Beckenbodens in den Bereich des Gesichts dabei sein zu können entschuldigte den tauben Finger, denn ich noch Tage danach (nicht) spürte, da ich die Hacken doch um einiges zu beherzt hielt.                                                                        

Nach beendeter Operation und nachfolgender Stärkung, die auf Grund von großem Hunger und einsetzender Dehydration (trotz Wassergabe von Mike - einem OP - Pfleger - mittels Strohhalm) bereits enorm dringlich geworden war, begab ich mich wieder ins Stationszimmer wo mich Christina & Co sogleich fragten, ob ich denn bereits bei der ZVS angerufen habe (da ich bereits seit Wochen von nicht Anderem mehr redete) "Nein, aber die können mir heute eh noch nichts sagen...glaube ich zumindest" "Na komm schon, du musst da jetzt schon anrufen!" "Nein...ich trau mich nicht..also gut"

Nach nur kurzem Klingeln nahm die freundliche Dame bei der Zentralstelle den Hörer ab und schon traf sie ein Redeschwall bisher unbekannten Ausmaßes meinserseits, dessen Kernessenz mein Mitleid für sie beinhaltete, da sie bereits den ganzen Tag mit Neo-Studenten zu reden hatte, bzw. die eigentlich wichtigste Frage zum Ausdruck brachte: Habe ich einen Platz?  "Wir können ihne eine Zusage schicken!" "Danke! Wunderbar! Ich bin unendlich glücklich! Ähm....wo denn?" "Ach, da müsste ich nachschauen...aber ich glaube es war ihre zweite Ortspräferenz"

Und noch während sie mich auf Stumm schaltete begann ich zu jubeln: EEEEEEEErlangen, es ist EEEEEEErlangen! (Natürlich redete ich munter mit ihr weiter, unwissend, dass sie mich ja gar nicht hören könnte - typisch ich halt)

Begossen wurde der Tag dann selbstverständlich mit Sekt (selbstverständlich mit Orangensaft verdünnt - es war ja noch hellichter Tag) der mir sogleich einen Schwipps bescherte. Ich hoffe nur, der Primar hat dies, als er später dazu stieß , nicht bemerkt...                  

6.10.07 15:33


Ein Rückblick

Lange war mein Aufenthalt in Salzburg leider nicht, daher hoffe ich, dass ihr alle die ihr gehofft habt mich eventuell noch einmal zu sehen, mir verzeiht. Ich verspreche euch aber, so schnell wie nur irgendwie möglich für ein Wochenende nach Salzburg zu kommen! Karl – den Rules - Abend dürfen wir einfach nicht ausfallen lassen und Franz – dich komme ich auf alle Fälle in München besuchen (ich hoffe du bist schon fleißig am Trainieren, auf dass die von dir gemachten Photos uns alle erblinden lassen...natürlich ob ihrer Schönheit!).

Im Moment sitze ich im Auto und bin meinen Eltern zu größtem Dank verpflichtet, dass sie mir ihren Sonntag opfern und mein ganzes Leben (oder vielleicht ein bisschen weniger, denn Salzburg lässt sich nicht so einfach in Kisten packen) nach Erlangen transportieren. Das Eine oder Andere haben wir zwar sicherlich vergessen, ich hoffe aber nicht allzu viele wichtige Dinge zurückzulassen.

Aber jetzt du den vergangenen Tagen, die doch relativ aufregend waren:


Mittwoch, der 03.10.2007


Endlich konnte ich wieder ein bisschen länger schlafen, mein Praktikum war ja Dienstags zu Ende gegangen. Gänzlich unbelastet war der Schlaf natürlich nicht, denn bereits zur Mittagszeit würde ich in den Zug steigen, und meinen ersten Tagen in Erlangen entgegenfahren. Chaotisch wie ich nun mal bin, wurde das Packen zu einer Tortur und schlussendlich fanden nur ein paar Kleidungsstücke (und selbst diese in äußerst sparsamen Ausmaßen) sowie einige Kleinigkeiten (Musik, Zahnbürste/pasta und Trockenshampoo) ihren Platz in meinem doch recht klein bemessenen Rucksack. Und natürlich ein Schlafsack – denn mein Zimmer würde ich erst am Donnerstag beziehen können. Ich hoffte also, als ich nach etwa sechs Stunden fahrt (Dank sei dem Bayernticket!), begleitet von recht angeheiterten Oktoberfestbesuchern, welche die Toiletten manchmal ein ganz klein wenig, nun ja, „unordentlich“ hinterließen, bei dem um sieben Uhr anberaumten Treffen einiger zukünftiger Medizinstudenten jemanden zu finden der mir eine Decke über dem Kopf anbieten könnte. Ich hatte ja schon jemanden ins Auge gefasst – Mareike (ich werde das Studivz niemals wieder schmähen).

Kaum trat ich aus dem Bahnhof heraus erblickte ich schon ein kleines Grüppchen Leute, die mich doch sehr nett anschauten, und schon fragte ich: „Seit ihr denn die Mediziner?“ „Ja!“ „Hallo – ich bin der Stefan“ Und Mareike daraufhin: „Ja das hab ich mir fast gedacht“ (Ich hoffe dieser Ausspruch war positiv behaftet)

Wir machten uns nach kurzer Wartezeit auf den Weg und landeten nach einer kurzen Führung von Eva (die sogar im Vergleich zu mir sehr viel redet – aber das immer höchst informativ!), die bereits seit einem Jahr Zahnmedizin studierte und sich nun für Medizin inskripiert hat, im Kanapee, einem netten kleiner Lokal in der Nähe des Schlossgarten. Alles in allem wurde der Abend immer besser, ich bestellte traditioneller Weise einen weißen Spritzer und stieß natürlich sofort auf Unverständnis – Weinschorle also! Zitat Mareike: „Weißer Spritzer klingt irgendwie ziemlich pervers“.

Hier nenne ich euch ein paar Namen meiner zukünftigen „Kommilitonen“: Eva (indigene Bayuvarin), Mareike (aus Wiesbaden und ihres Zeichens Rettungssanitöse), Alex (der Ernste), Max (der weniger Ernste mit der mit normalen optischen Gläsern ausgestatteten Sonnenbrille), Chris (Liebhaber der österreichischen Sprache), Johanna, Gloria (das Engelchen), Benjamin und Florian (der mit mir wohl in den Medizinerchor eintreten wird).

Allzu lange blieben wir vernünftiger Weise nicht sitzen, denn schon am nächsten Tag würde der Terminologie Blockkurs seinen Anfang nehmen und wir alle wollten zumindest halbwegs ausgeschlafen daran teilnehmen. Somit gingen ich mit zu Mareike, wo wir uns noch kurz unterhielten und ich wenig später auf einem herrlich weichen Teppichboden meinen ersehnten Schlaf fand.

Ein doch sehr anstrengender Tag hatte sein Ende gefunden.


Donnerstag, der 04.10.2007


In aller Herrgottsfrühe (was sieben Uhr für viele von euch ja ist) leutete mein Wecker und erinnerte mich an die Tatsache, dass ich bereits um acht Uhr meinen Hausmeister treffen musste um den heißersehnten Schlüssel in Empfang zu nehmen. Gesagt, getan. Besagter Herr war doch eher ungehalten zu solcher Stund mit einem unentwegt redenenden Neo – Studenten umgehen zu müssen, schlussendlich betrat ich aber mein zukünftiges Reich und war – positiv überrascht! Alles war gepflegt, funktionstüchtig und zwei große Fenster erhellten das Zimmer (in das Passanten doch gerne ihre Blicke werfen). Lange konnte ich mich dort – Kochzeile und Dusche sind wohlgemerkt integriert – leider nicht aufhalten, denn bereits um Neun nahm der Terminologiekurs seinen Anfang. Dort traf ich wieder auf Mareike, Eva und Max, die wie ich Lateinkenntnisse ihr Eigen nennen konnten (wenn auch mehr schlecht als recht). Der Kurs selbst, gehalten von einer studierten Medizinerin, ist wirklich interessant, erklärt die Wurzeln vieler anatomischer Begriffe und wird von unserer Lehrkraft immer wieder mit Anekdoten und Geschichten aus dem Reich der Sagen ordentlich gewürzt. Grundsätzlich würde ich sagen, dass wir das große Los gezogen haben – denn die Terminologen, welche noch nie ein Wort Latein vernehmen durften, berichteten von beinharten Grammatikübungen. Somit klopfe ich dreimal auf Holz und hoffe, dass unser Kurs viel von seinem Reiz behält!

Mittags zog es uns in die Mensa, denn Lernen macht hungrig. Die Küche dort ist wirklich akzeptabel – Nudeln sind auf alle Fälle nicht verkocht, das ist sehr sehr wichtig!

Um den Nachmittag nicht komplett alleine zu verbringen nahm ich gerne Evas Einladung an und besuchte sie in ihrer Wohnung, die etwas außerhalb von Erlangen liegt. Dort erzählte sie mir von ihren bisherigen Erfahrungen und wir versuchten mit Hilfe des Internets unsere Hausübung in Terminologie zu lösen. Wie es nun mal so ist fehlte uns doch der Ernst und schlussendlich endeten wir in Gerede und Gelächter. Wieder zurück in Erlangen machte ich einen kurzen Rundgang und besichtigte meine neue Heimat, spazierte vom Bahnhofs- zum Hugenotten- und von dort zum Schlossplatz, ging durch den Schlosspark und entdeckte auf dem Weg zu meinem Heim in der Henkestraße sogleich ein Bärenland (Lecker! Lakritze!). Getrübt wurde das Ganze nur durch den vom Regen aufgeweichten Boden und der verzweifelten Suche nach einem Lebensmittelgeschäft – aber darüber berichte ich gar nicht lange, dass lässt mich nur wieder verzweifeln, wenn ich an den nächsten Lebensmitteleinkauf denke...

Daheim angekommen kam schnell die Langeweile zurück, denn Buch hatte ich aus Platzmangel ja keines mitgenommen. Also entschloss ich mich Mareike zu besuchen, deren Heim auf der anderen Straßenseite liegt. Nach langer Suche im falschen Haus (kein Kommentar – so bin ich halt) landete ich schlussendlich bei ihr. Wir machten noch einen kurzen Spaziergang, schauten uns die Bibliothek an und sie sich mein Zimmer (voller Neid, da es doppelt so groß ist – aber ich habe ihr bereits angeboten bei mir kochen zu können).

Gelernt wurde auch noch! Auch wenn Vokabeln lernen nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist...


Freitag, der 05.10.2007


Mareike holte mich morgens ab um erneut zum Terminologiekurs zu gehen. Noch nie habe ich einen Menschen getroffen, der derart laut niest (ausgenommen natürlich mein Vater – schöne Grüße an dieser Stelle), die Arme war leider extrem verkühlt.

Nach dem Kauf eines Kaffees konnte es also wieder losgehen, und wieder vergingen die drei Stunden wie im Fluge. Nach einem Essen in der Mensa kam der große Abschied, denn für mich ging es nach Hause um die Koffer zu packen und endgültig nach Erlangen zu ziehen. Einziger Minuspunkt hierbei war die umständlich Heimfahrt auf Grund des Bahnstreiks. Erlangen – Nürnberg – Landshut (dort der Entschluss auf Grund der enormen Verspätung meines Anschlusses nach München einen etwas unkonventionelleren Weg zu wählen) – Mühldorf – Freilassing. Nervenaufreibend war die Fahrt sicherlich – nicht zuletzt wegen der amüsanten englischen Hooligans, die einem den Weg zum Bordklo versperrten (für mich und meine Kinderblase natürlich die Hölle!) und dem Kaffee, denn ich über mir verschüttete.

In Freilassing erwarteten mich bereits meine Mutter und mein Lesterschweinchen (Ja – ich habe euch auch schon vermisst!)

Es ist doch ein schönes Gefühl nach Hause zu kommen!


Samtag, der 06.10.2007


Für die meisten von euch sollte dieser Tag von geringem Interesse sein, da ich und meine Mutter uns „nur“ daran machten alles zu besorgen, was für den Umzug von Nöten sein sollte (inklusive einem deutschen Handy, dessen Nummer folgendermaßen lautet: 0049 / 151 / 53154628) bzw. zu packen. Abends wurde ein Fisch – Curry gekocht (jaja, ich weiß, ihr wäret alle gerne dabei gewesen...) und der Abschied ein bisschen zelebriert. Traurig ist es ja doch Salzburg für so lange Zeit zu verlassen (besonders meine Schwester: Ich hab dich iiiiirre lieb und du machst das schon ;-) )


Sonntag, der 07.10.2007


Nach einer Irrfahrt durch die bayrische Pampa um dem Stau auf der Autobahn zu entgehen sind wir in Erlangen angekommen. Alles ist bereits eingeräumt und meine Eltern bereits wieder auf dem Heimweg. Vielen Dank an die Beiden, dass sie mir mit dem Umzug geholfen habe und alles schnell und reibungslos von Statten gehen konnte.

Jetzt genieße ich gerade ein Müsli und freue mich wenn Mareike um sechs zu mir kommt um zu Kochen!


Und euch allen schönste Grüße aus dem sonnigen Erlangen (ein wenig Postkartenatmosphäre muss ja auch aufkommen...)

7.10.07 19:44


Gottseidank gibts die Mareike

Natürlich werde ich versuchen, mich eisern an mein Versprechen zu halten, immer wieder Lebenszeichen von mir mit Hilfe dieser Seite zu veröffentlichen. Und da ich keinen Fernseher besitze, gestaltet sich dieses Vorhaben um einiges leichter als gedacht!

Aber nun zum restlichen Tagesverlauf – ja, der Sonntag war ja noch nicht zu Ende! Kurz nachdem meine Eltern mich verlassen hatten, machte ich mich an die Arbeit und beruhigte mein Gewissen indem ich die uns gestellte Hausübung in Latein löste. Noch bin ich nicht ganz damit fertig – und es ist immerhin schon fast neun Uhr Abends – aber Vieles lässt sich als (momentan leider noch) Laie nicht wirklich lösen. Oder wer von euch hat jemals die griechische Silbe „salping“ in Verbindung mit einem medizinischen Terminus gehört? (Ulli, du bist doch Biologin...)

Alles in allem hält sich der Arbeitsaufwand aber (noch) in Grenzen – das wird sich wohl bald schon ändern!

Zu meinem Zimmer: Nachdem wir heute selbst kaum noch Platz im Auto fanden, war ich der Überzeugung, genug Krimskrams mitgenommen zu haben, um dem Raum eine heimelige Note zu verleihen. Dem ist leider nicht so. Nachdem die Wände im Moment noch sehr kahl sind haftet immer noch eine Atmosphäre der Unfertigkeit an meinem Heim. Aber das wird sich doch hoffentlich baldigst ändern! Mareike, die gegen sechs bei mir eintraf, war auf Fälle restlos begeistert von meiner Küche, die mehr als gut ausgestattet ist (was mir als leidenschaftlichen Koch ja sehr wichtig ist). Kaum war sie fünf Minuten da, machten wir uns gleich daran Spaghetti mit Tomatensauce zu kochen – ganz wie das Studenten so machen. Professionell wie wir waren schmeckten diese hervorragend (und ob ihr es glaubt oder nicht – Mama! – Vollkornnudeln schmecken, zumindest von Barilla, exzellent!). Gegessen wurde, in Ermangelung eines Tisches, hingegen weniger stimmig auf dem Wäschekorb – ein Bild, dass ich euch nur allzu gerne zeigen würde (hätte ich es denn photographiert). Wir entschieden uns noch auf einen Sprung bei ihr vorbeizuschauen – denn – sie hat Internet! Und ich hoffentlich auch bald...


Montag, der 08.10.2007


Nach der Einweihung der Küche gestern Abend, dachte ich es wäre Zeit das Gleiche auch bei der Dusche anzuwenden und – siehe da – sofort kam heißes Wasser. Brennheiß um genau zu sein. Eine Temperatur die mich ganz schön schockierte! Aber keine Angst, noch lebe ich!

Gegen halb neun kam Mareike mich wie abgemacht abholen, denn so konnte sie bei mir noch einen Kaffee trinken (offensichtlich bin ich nicht der einzige mit einer gewissen Abhängigkeit). Natürlich übersahen wir dabei die Zeit und mussten innerhalb kürzester Zeit zum Kollegienhaus radeln (was mit meinem hochmodernen Rad, dass meine Eltern und ich gestern ebenfalls nach Erlangen transportiert haben, natürlich kein Problem war) – Mareike war angezogen als wäre es der tiefste Winter. Verständlich irgendwie, immerhin war sie extrem verkühlt (wie ja zuvor bereits erwähnt) und hatte auf Grund der Einnahme von Ibuprophen noch am Freitag einen allergischen Schock, der ihren Rachen anschwellen ließ und eine Unmenge an Pusteln erzeugte. Somit verbrachte sie den Samstag und Sonntagvormittag im Krankenhaus. Nett irgendwie – und ich rege mich da noch über meine vermeintlichen und wahrscheinlich nicht existenten Lebensmittelintoleranzen auf...

Eine Minute vor Beginn des Kurses betraten wir den Seminarraum – geschafft!

Hier einige Kommentare die eventuell doch die gelassene Stimmungen vermitteln können:


Ich: „Der Blinddarm endet ja quasi ins Nichts“

Reisinger (Prof.): „Nun ja, ins Nirvana verschwindet er dann aber doch nicht!“


Reisinger: Jetzt können sie als Mediziner immerhin sagen „Wow – das ist ja voll pachyl!“


Ich (zu Effa): „Für dieses ‚r’ würde ich töten!“


Und zum Abschluss noch eine Operation auf die die Erlanger besonders stolz sind, da sie hier das erste Mal ausgeführt wurde. Stolz wäre ich, wenn ich sie unfallfrei aussprechen könnte: „Endoskopische retrograde Cholangiopankreatikographie“


Nach Beendigung des Kurses ging es erneut in die Mensa. Gut zu wissen – jeden Tag muss man dort nicht unbedingt essen...! Unterwegs war ich den Großteil des Nachmittags mit Anna, die mit mir die Bibliothek und die dortig gelagerten anatomischen Atlanten erforschte, bzw. mit mir die Leidenschaft für guten Kaffee teilt. Immerhin sagte sie, als ich sie noch zu mir einlud, dass mein Filterkaffee (auch wenn er natürlich bei Weitem nicht an unseren Vollautomaten in Anthering heranreicht) eigentlich ganz akzeptabel – wenn nichts sogar gut – schmeckt.

Anschließend machte ich mich daran Internet zu organisieren, was in Ermangelung eines deutschen Kontos noch nicht ganz klappen will – aber irgendwann wird das schon werden. Dann kann ich endlich wieder mit euch allen kommunizieren – freu mich schon sehr darauf!

Aldi Süd hab ich jetzt auch schon kennen gelernt, wichtiger aber Wibke (Gott! Ja! Dieser Name!) die unsere „Haussprecherin“ ist. Sie studiert bereits im achten Semester Medizin, ihre Zimmernachbarin, und das klingt gleich viel, nun ja, „hilfreicher“, ist immerhin erst im vierten! Da wird mit doch wer in meinen verzweifeltsten und dunkelsten Stunden helfen können...nehme ich doch mal stark an, nicht wahr?

Ja, jetzt sitze ich also hier, der Tag ist vergangen wie im Flug und ich esse die restliche Tomatensauce aufgepeppt mit ein bisschen Thunfisch und kleingeschnittenen Nudeln. So schaut Studentenessen also aus. Na lecker. Aber schmecken tut es!

Mahlzeit!

8.10.07 20:48


Ihr müsst mir ....

....... Kommentare schreiben ihr Spackos!
8.10.07 20:49


Leute! Meldet euch bei mir! Dieser Roman ist immerhin euch gewidmet!

Dienstag, der 09.10.2007


Halligalli schon am Morgen! Kaum hat man sich auf einen alltäglich wiederkommenden Ablauf eingestellt, klingelt es, 20 Minuten früher als verabredet an meiner Türe. Das konnte doch wohl nur Mareike sein, die ihren morgentlichen Kaffee bei mir genießen will. Also öffne ich die Türe, und was erblicke ich: Eine röchelndes Mädchen mit zugeschwollenem Hals und ängstlichem Blick. Wieder hatte Mareike einen allergischen Schock, diesmal nach der Einnahme von Aspirin C (das noch dazu ich ihr gegeben habe...). Nachdem sie in dieser Situation auf keinen Fall alleine sein wollte, machte sie sich, kurz nach dem Fühlen der ersten Symptome, auf den Weg zu mir, auf dass sie jemand ins Krankenhaus brachte.

Natürlich lies ich sofort alles stehen uns liegen (inklusive der vollen Kaffeetassen und dem von mir nicht einmal angerührten Brot), schnappte meinen Mantel, den Rucksack, das Rad und schon machten wir uns auf die Suche nach dem nächstgelegenen Krankenhaus, was in Anbetracht der Tatsache, dass wir beide ortsunkundig sind, kein einfaches Unterfangen war. Schlussendlich landeten wir aber nach wenigen Minuten (von mir geführt) bei der chirurgischen Ambulanz, wo uns zwar mitgeteilt wurde, dass dies wohl ein Fall für die Dermatologie wäre, eine Schwester Mareike auf Grund des immer schlimmer werden Ausschlags und der mit der Schwellung verbundenen Atemnot schlussendlich doch in ein Behandlungszimmer führte.

Ich jedoch verblieb vor der Tür und wartete, bis ich letztendlich auch hereingebeten wurde und meinem „Mädelchen“ bei der Gabe von Antihystaminika und einer Ringerlösung Gesellschaft leisten konnte. Sie verweigerte (auf Grund von persönlichen Präferenzen, die ich durchaus nachvollziehen kann) vorerst die Gabe von Cortison, im Endeffekt war dies jedoch unausweichlich, weil durch die Infusionen zwar die Erregersubstanz eine Blockade erfuhr, die Schwellungen aber nicht rückgängig gemacht wurden (ganz im Gegenteil!).

Da es inzwischen fast 10°° Uhr war, entschieden wir uns, dass es das Beste sei, wenn ich zum Terminologiekurs fahren würde, da ich ja keine Entschuldigung für das Fernbleiben hätte. Wenig später folgte Mareike ohnedies – sie hatte sich also durchgesetzt und musste nicht einen weiteren Tage in der Obhut der Erlanger Ärzteschaft verbringen...

Nach diesem kleinen Abenteuer klingt der Nachmittag natürlich wenig spektakulär. Ich versuchte ein deutsches Konto zu eröffnen – klappte nicht. Ich holte mir meine Inskripitionsbestätigungen (die deutschen kennen dieses Wort nicht – hier heißt es immer ganz strikt Immatrikulation). Ich kochte mir Kaffee – viel Kaffe, denn der kleine Schluck am Morgen hatte sein Wirkung gänzlich vermissen lassen...

Terminologie kam mit immerhin zwei Stunden an Lernzeit auch nicht zu kurz – und das obwohl in der Wohnung über mir lautstark der hämmernden Bass von Hip – Hop zu vernehmen war – ein anderer Musikgeschmack würde dem Menschen da oben sich nicht schaden...oder besser mir!

Gegen halb sieben veranstalteten Mareike und ich wieder unsere obligatorische Kochsession. Diesmal: Salat an Yoghurt- und Gewürzdressing sowie eine pikante Gemüseconsommé mit Frühlingslauch. Ja – auch mit Aldi lässt es sich gut kochen!


Etwas später am Abend, nachdem wir kugelrund gegessen erst mal ein Verdauungsliegen veranstalteten, verschlug es uns dann noch mit Alex, Chris, Benjamin und Sonja (die Elektrotechnik studiert und ein Jahr lang in Osaka gelebt hat) ins Papa Joes am Martin-Luther-Platz, quasi am anderen Ende der Stadt. Meine zwei weißen Spritzer vergönnten mir natürlich noch einen kleinen Schwipps – allzu lange blieben wir jedoch nicht – immerhin mussten wir alle am nächsten Morgen fit sein um aktiv am Kurs teilnehmen zu können...


Mittwoch, der 10.10.2007


Eine Woche ist es jetzt her, dass ich das erste Mal in Erlangen mein Lager aufschlug. Eigentlich unglaublich – denn noch nie hat sich eine Zeitspanne so unglaublich lang angefühlt wie eben diese. Hier zu sein fühlt sich, ganz klar und unmissverständlich ausgedrückt, „richtig“ an – auch wenn ich Salzburg doch ein Wenig vermisse. Durch die vielen Unternehmungen (heute ein kleiner Einkaufsbummel im Kaufhof und ein netter Abend bei Chris) komme ich nicht dazu allzu viel über Zuhause nachzudenken, dementsprechend hält sich mein Heimweh auch in Grenzen (und dass, obwohl ich dafür ja prädestiniert wäre...). Ich glaube inzwischen Erlangen war das Beste, was mich passieren konnte!

Natürlich hat auch alles seine Schattenseiten, z.B. die Angst vor der Herausforderungen des Studiums, die einem durch Erzählungen der höheren Semester immer wieder vor Augen geführt werden, oder viel banaler die Angst vor der morgigen Terminologieprüfung (die hoffentlich ungerechtfertigt ist, da der Kurs durchaus interessant war, und eigentlich viel hätte hängen bleiben müssen).

Ich hoffe einfach, all diese Sorgen lösen sich in Wohlgefallen auf – im Moment freu ich mich auf die für nächste Woche anberaumten Einführungsveranstaltungen.


Zitat Mareike betreffend ihrem Respekt gegenüber dem Medizinstudium:

Ich hab Angst in einem Jahr wieder zu Hause zu sitzen, den Kopf verwundert zu schütteln und mir „Wie ist das den bitte passiert?“ zu denken.“


Natürlich fehlte auch heute nicht der soziale Kontakt (Mareike ausgenommen, denn die sehe ich ohnedies jeden Tag mehrmals) – diesmal war es ein kleines Treffen bei Chris (unserem Aufreisser) der etwas außerhalb seine Wohnung bezogen hat. So weit entfernt von meiner geliebten Henkestraße, dass ich eine geschlagene Stunde gebraucht habe um dort hinzukommen. Aber gesucht ist gefunden, und so wurde es noch ein netter Abend mit gemütlichem Beisammensitzen.

12.10.07 10:33


Termi - Prüfung Vorbeeeeeeiiiii!!!

Ausführliche Beschreibung kommt noch ;-)
12.10.07 10:34


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