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Stefan im Nürnbergland

Donnerstag, der 15.11.2007

 

 

 

Ach, der Donnerstag. Der ist ja schon viel zu lange her um mich an jedes Detail erinnern zu können (manche von euch mögen jetzt jubeln, da diese Aussage gleichbedeutend ist mit der Tatsache, dass ich wohl nicht allzu viel schreiben werde und somit nicht kostbare Minuten eures Lebens mit dem Lesen dieser Zeilen verschwendet werden. Ja – ich merke, dass meine Seite nicht allzu gut besucht ist...wobei dies inzwischen für mich als ab und an von Außenstehenden gelesenes Tagebuch fungiert).

 

Ich vermute, dass ich nach einiger Zeitschinderei und noch vor dem Mittagessen bei Mareike ein wenig Anatomie gelernt habe, da die Thematik dieser Woche als durchaus komplex zu beschreiben ist und somit ein für das Verständnis größeres Maß an Arbeit verlangt wurde. Nicht weltbewegend selbstverständlich, aber meine Unterlagen sind dieses Mal so schön wie nie zuvor (was Langeweile nicht so alles an zeichnerisch meisterhaften Darstellungen des Ösophagus hervorbringt...Ende der Selbstbeweihräucherung). Warum aber ist der Verdauungstrakt nun so kompliziert? Nun, die anatomischen Aspekte sind eher nebensächlich, wie versteiften und auf klinische Aspekte wie Iktarus und den histologischen Aufbau der Leber. Nicht ganz einfach – aber machbar.

 

Nach dem Essen ging es schnurstracks in Richtung Biochemie, wo wir das erste Mal chemische Experimente durchführten. Bewaffnet mit Schutzbrille und Kittel machten wir uns an die Flammenspektroskopie und Herstellung bunter Niederschläge, wobei niemand von uns eigentlich wusste was bei den Versuchen nun reagierte und wieso wir zu diesem oder jenem Ergebnis kamen. Ich brachte es auf einen Punkt: Es macht Spaß und das ist die Hauptsache! Natürlich war auch der Zeitmangel ein zu erwähnender Aspekt, denn anschließend müssten wir noch das anatomische Seminar mit unserer Anwesenheit beglücken und somit blieb für manche Versuche nur wenig Zeit. Aber das Wichtigste wurde von uns erledigt (und vieles davon von Anna und mir im Alleingang – nur das Ergebnis wurde gemeinsam beobachtet um ein uniformes Wort des Erstauens zu formulieren...)

 

Im bereits erwähnten Seminar stand uns heute ein Situs zur Verfügung an dem der Digestionstrakt demonstriert wurde und wir bedrängten unseren Tutor nach der Erklärung der embryologischen Entwicklung des Peritonealraums endlich etwas Klausurrelevantes zu erläutern, da mein Tisch ja am Dienstag nicht gerade mit sinnvollen Informationen überhäuft wurde. Gott sei Dank gelang es uns noch ein Wenig aus ihm heraus zu kitzeln...

 

Am Abend gingen Mareike und ich noch spazieren, unterhielten uns über brisante Themen unseres sozialen Umfelds (Lästern ist ein so starkes Wort...) und lagen auch lachen auf meinem Fußboden. Ihr könnt euch also vorstellen, welches Bild ich euch male...

 

Leider schlafe ich im Moment zu wenig, aber aus eigenem Verschulden, ich könnte immerhin früher ins Bett gehen!

 

 

 

Freitag, der 16.11.2007

 

 

 

Müde und ausgelaugt schleppte ich mich mit Kaffee und Frühstück im Rucksack zur Chemievorlesung um dort mit allerlei Säure- und Basereaktionen konfrontiert zu werden, die leider kaum bis zu meinen, vielleicht schon erwachten Teilen des Gehirns vordrangen. Nichtsdestotrotz schrieb ich fleißig mit und versuchte Zusammenhänge herzustellen, was schlussendlich ganz gut gelang. In Biologie ließ meine Aufmerksamkeit wiederum zu wünschen übrig, immerhin lernte ich nicht Anatomie, sondern starrte auf eine Folie, die mir eine Mito – Sephase zeigte. Eine was? Mito – Sephase? Ach, eine Mitose Phase! Himmel, das war eine schwere Geburt! Aber alle anderen bezeugten mir, sie hätten nicht einem Wort seiner Ausführungen, behaftet mit Langeweile, folgen können.

 

Ich finde es sehr schade, wenn ein Dozent nicht dazu in der Lage ist, den Stoff in einer akzeptablen und interessanten Art und Weise zu vermitteln...aber man ist ja bereits leidgeprüft...

 

Und wiedereinmal: Testat! Nicht allzu schwer aber in manchen Bereichen ein wenig vertrackt, nichtsdestotrotz habe ich trotz meiner mentalen Verfassung ganz gut abgeschnitten, so hoffe ich zumindest!

 

Mit Anna und Mareike verschlug es mich anschließend in die Yoghurteria, wo ich, hungrig wie ich war, eine Sellerie-Prosecco Suppe mit herrlichem Schwarzbrot zu mir nahm und mich über dieses und jenes unterhielt um schlussendlich erschöpft nach Hause zu gehen um dort unter die warme Decke zu krabbeln. Bis fünf Uhr nachmittags verließ ich es nicht mehr und die eine oder andere Minute fiel ich auch in einen leichten Schlaf aus dem ich leider von jedem noch so kleinen Geräusch geweckt wurde. Aber schön war es, und äußerst notwendig, bedenkt man meine Übermüdung, die ich zuvor ja bereits beschrieben habe.

 

Nach einem kleinen Einkauf bei Aldi (der unter einem guten Stern zu stehen schien – immerhin war das gesamte, tadellose Gemüse um 50% reduziert – ich glaube ihr könnt euch vorstellen wie viel ich zu tragen hatte!) kochte ich mir noch eine Kleinigkeit um dann, begleitet von einigen Missgeschicken, wie dem erneuten Aussperren meiner Wenigkeit und der damit verbundenen Aktion, den Hausmeister aus der Dusche zu holen, zu Stephanie zu fahren. Am Mittwoch feierte sie ja ihren zwanzigsten Geburtstag, und heute würden wir noch einmal gebührend feiern, abseits von all dem anatomischen Trubel. Bei ihr angekommen traf ich sogleich einige Kommilitonen und Freunde, wir öffneten sogleich ein paar Fläschchen und stießen lautstark an. Der Abend war geprägt von einer heimeligen Atmosphäre und tiefschürfenden (sowie auch einigen oberflächlicheren) Gesprächen u.a. mit Theresa, die ein wunderbarer Mensch ist, wie hier erwähnt werden sollte sowie der Vernichtung einer großen Menge an Essen und Spirituosen. Nach einer Flasche Wein (vernünftigerweise kombiniert mit Wasser) kann ich meine Stimmung rückblickend als sehr ausgelassen beschreiben und als wir uns gegen ein Uhr nachts auf den Weg zu Hörsaal machten entschloss ich mich dazu wohl besser nach Hause zu fahren um endlich meinen ersehnten Schlaf zu bekommen. Natürlich ließ man mich nicht ohne weiteres gehen, aber dem Eintritt (der immerhin 5 Euro beträgt) konnte ich dann doch entfliehen, auch wenn erst eine Stunde später als beabsichtigt. Nach einem (durch teuflischen Alkohol herauf beschwörten Hunger nötig gewordenen) Snack ließ ich mich todmüde ins Reich der Träume führen – im wahrsten Sinne des Wortes, denn schon lange habe ich keine derart realistischen Träume mehr gehabt!

 

 

 

Samstag, der 17.11.2007

 

 

 

Ihr werdet wahrscheinlich lachen, wenn ich euch erzähle, dass ich als regelrechter Frühaufsteher erst mittags aufgestanden bin, denn dies passiert mir äußerst selten! So verschob sich meine Tagesplanung ein wenig und nach dem Aufräumen meines Zimmers (was nicht lange anhalten würde), einer ausgiebigen Dusche und einem verspätetem Mittagessen war es bereits Zeit zum Bahnhof zu radeln um dort in den Zug nach Nürnberg zu steigen. Pia, die ihr ja kennt, hatte mir empfohlen mich über das berühmt – berüchtigte Studivz mit Laetitia, die in Nürnberg studiert, kurzzuschließen, was ich schlussendlich auf getan hatte. Heute war es also so weit – ich würde eine mir (noch) wildfremde Person treffen und war voller Hoffnung einen netten Abend zu verbringen.

 

Kaum trat ich aus dem Nürnberger Hauptbahnhof, traf mich Kleinstädter die ganze Wucht des Verkehrsaufkommens einer Metropole und verwirrt blickte ich links und rechts, konnte aber die von uns als Treffpunkt auserkorene Kirche nicht erblicken. So war ich regelrecht erleichtert über Laetitias Anruf und ihrem Vorschlag uns direkt vor der Touristeninformation zu treffen. Schnell lief ich dorthin um meine „Gastgeberin“ nicht mehr länger warten zu lassen und, was erblickte ich? Einen ganz in Rot gekleideten Eskimo, mit weißer Plüschkapuze und wallendem roten Mantel, gestiefelt und immer lauter lachend als sogar ich dazu in der Lage bin. Ich wusste: Das würde ein herrlicher Tag werden! Sie führte mich in rasantem Tempo durch die Innenstadt Nürnbergs und beide beglückten wir die Bevölkerung der Stadt mit lautem Lachen. Kirche um Kirche erblickte ich, immer eine Anekdote von der kunstbewanderten Laetita im Ohr. Ich drehte am goldenen Ring des güldenen Brunnen in der Hoffnung auf Glück und erfreute mich an den Giebeldächern der Stadt als wir von der Burg darauf nieder blickten. In einem Café gönnten wir uns Milchkaffee und Capuccino, sowie gemeinsam eine Waffel mit Vanilleeis und Kirschen, machten uns einen Spaß aus den verächtlichen Blicken der nicht gerade freundlichsten Bedienung, da wir wohl einen reservierten Tisch gestohlen hatten, redeten über Bücher, Theater, Kunst und Körperfunktionen (sowie allerlei anderer Haare sträubender Themen), lernten uns kennen und merkten, wie sehr wir uns ähnelten. Wieder in der Kälte der Nacht spazierten wir die Pegnitz entlang in Richtung Kneipenviertel, überquerten den Henkersteg und kehrten schlussendlich in der roten Bar ein, erreichbar nur durch das Café „Raum und Zeit“ (dort kommt man sich vor wie Alice im Wunderland!). Viele Gläser weißer Spritzer, Rosé und genervte Tischnachbarn, die wohl nicht so viel und so laut redeten wie wir, später torkelten wir noch Arm in Arm in den Vorraum um uns dann mit der Hoffnung bald wieder so viel Spaß haben zu werden zu verabschieden.

 

Im Zuge sitzend lächelte ich ob des Spaßes dieses Abends und freute mich, eine so wunderbare, exzentrische und liebenswürdige Person kennen gelernt zu haben.
18.11.07 17:45
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ulli (19.11.07 08:49)
nananana.. keine beschwerden, wir lesen ja eh brav mama hätte gestern gern mit dir gechattet, hat aber offensichtlich nicht gewusst, dass das ICQ an meinem account vom pc gewesen wäre :P phlöd!

naja, ich war die ganze woche im ausland.. also im tennengau *g* nach einem wunderbaren arbeitstag am samstag (der aber durchaus lustig war) mit schmerzendem popsch (DANKE SCHEISS EIS!!!) habe ich auch nimma viel gemacht. gestern hab ich meine präsentation fertig gemacht, muss sie jetzt nur noch auswendig lernen damit ich auch schön brav alles runterleiern kann

tja.. wenn wir uns das nächste mal sehen, geb ich dir mein "altes" handy, dass hat nämlich eine 2 megapixel kamera, da werden die fotos dann schöner

aber das foto mit der mütze is super.. es halt also auch bei euch geschneit. find ich cool. bei uns wars das ganze wochenende saukalt, heute solls aber tauen --> VORBEI!

na dann!
ich wünsch dir was!
meld dich mal!

dickes bussi
dein lesterschweinchen


Gisela (19.11.07 12:47)
Hi Sohni! Jaja, die Zeit in der ich gechattet habe ist ja auch schon sehr lange her, denke da an Ronny ......
Vielleicht klappt es heute Abend, schau ma mal.

Dickes Bussal aus dem kalten Salzburg,
Mom

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