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Teil I

Montag, der 26.11.2007

 

 

 

Nach einer durchaus geräuschintensiven Nacht, verursacht durch die ständige Beanspruchung der Luftmatratze, die meine Mutter uns mitgegeben hatte, erwachte ich recht früh und entschloss mich, wie am Vortag bereits überlegt, zum Bäcker zu fahren um frisches Brot und Marmelade zu besorgen (da mein Schwesterherz einen Wunsch diesbezüglich geäußert hatte – wer kann da schon sein sagen?). Nach einer kleinen Irrfahrt, da ich, unentschlossen wie ich nun mal bin, nicht in der Lage war mich für einen Bäcker zu entscheiden, geschweige denn wusste ob „Fränkisches Hiffenmark“, hergestellt aus Hagebutten, gut schmecken würde oder nicht eher gewöhnungsbedürftig, kam ich wieder zu Hause an, wo bereits auf mich gewartet wurde. Den Koffer als Tisch verwendend saßen wir am Boden und genossen unseren Kornspitz, bevor wir, keine Minute früher als unbedingt notwendig, aufbrachen um uns eine klinische Vorlesung in der Anatomie anzuhören, gehalten von einem Herzspezialisten des Erlanger Klinikums. Dort angekommen versäumte ich nicht, jeden auf meine Schwester hinzuweisen (auf die ich ja zu Recht stolz sein kann – nein Ulli, ich hatte eigentlich nicht vor so dermaßen intensiv zu schleimen...) die wahrscheinlich vieles besser wusste als ich dummer Erstsemestler – es mich aber nicht spüren ließ! Immerhin weiß ich nun, dass ein weltberühmter Herzspezialist, der nun in Amerika ansässig ist, in Erlangen studiert hat und hier auch als Tutor tätig war. Niemals hätte Frau Lütjen – Drehstuhl vergessen und darauf hinzuweisen...wir können schon mächtig stolz auf unsere Hochschule sein! Unglaublich!

 

Wir verließen nach einer knappen Stunde wieder das Refugium des Wissen um lachend und blödelnd die Stadt zu durchforsten, kitscherfüllte Läden um ihre golfenden Weihnachtsmänner und funkelnden Schwäne zu erleichtern und mit Fingerpuppen zu spielen – Miesmuscheln die Marienkäfer fressen, wer hat davon nicht schon gehört? Das war ein Spaß!

 

Natürlich versagten und schon bald die Beine den Dienst und so überlegten wir, welche Speise uns wohl am ehesten der Dekadenz frönen würde lassen und entschieden uns für Garnelen, die sofort gekauft wurden und zu Hause angekommen zu einem, Rissotto nicht unähnlichen, Mahl verarbeitet wurden. Angefüllt mit Meeresfrüchten ruhten wir, Mareike war bereits wieder zu uns gestoßen, liegend auf Bett und Boden und ließen es uns gut gehen. Des Glückes nicht genug gaben wir dem Drang nach Süßem nach und machten uns auf den Weg zur Yoghurt – Bar wo Mareike und ich „Eis mit Heiß“ (Frozen Yoghurt und eine heiße Pflaumen- bzw. Himbeersauce) bestellten, meine Schwester, untypischer Weise, einen Bananensplit (wo sie doch normalerweise eher auf die etwas pikanteren Schlemmereien anspricht). Nun, da uns so richtig schön schlecht war, erwies sich der anschließende Spaziergang als mehr als anstrengend und nach einem kleinen Bummel in der Hauptstraße (wo wir einen herrlichen ein Euro Laden fanden) und den Arcaden, ergriff uns die Erschöpfung mit ihrer starken und drückenden Hand – wir konnten uns nichts schöneres mehr vorstellen als einfach vor einem Film zu liegen und einige Stunden gar nichts zu machen. Gesagt getan. Weitere drei Stunden lang beschäftigte uns der zweite Teil von „Angels In America“ und stimmte uns traurig und fröhlich zugleich, nur wenige Filme vermögen dies zu erreichen...

 

Sehr glücklich war ich auch ob der Tatsache, dass Mareike und Ulli sich sehr gut zu verstehen schienen, wir hatten sehr viel Spaß ob der Direktheit meiner funktionellen WG – Partnerin und viele blöde Sprüche machten diese paar Tage zu einer gelungenen Abwechslungen (immerhin hatte ich ein bisschen Heimat hier in Erlangen).

 

Nach Beendigung des Films schickten wir uns an fein essen zu gehen, in genau dem italienischen Restaurant in dem, einige Wochen zuvor, bereits einmal Mama, Ulli und ich gegessen haben und wir mit dem gesamten Ambiente mehr als zufrieden waren. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht: Goldbrasse und Lasagne, ausgezeichneter Wein und eine wirklich gut Unterhaltung – was will man mehr?

 

Alleine saßen wir gegen Mitternacht noch in der Havanna – Bar wo wir uns einen Cocktail gönnten bevor wir, vielleicht ein ganz klein wenig beschwipst, durch die Eiseskälte nach Hause wankten...

 

 

 

Dienstag, der 27.11.2007

 

 

 

Leider musste ich meine Schwester während meiner Anatomievorlesung für längere Zeit alleine lassen, somit werde ich wohl keine Auszeichnung als der Welt bester Gastgeber bekommen, ich glaube aber sie genoss die Ruhe, die somit in meiner Wohnung einkehrte und nutze die Zeit um ausgiebig zu duschen bzw. ihre Heimfahrt zu planen. Anatomie grenzte heute tatsächlich an komplette Sinnlosigkeit, da unsere Dozentin mehr als verwirrt zu sein schien und uns selbst die einfachsten Zusammenhänge nicht erklären konnte. Wer weiß welche alterbedingte Vergesslichkeit diese Dame schon plagen mag, aber, um nicht zu gemein zu werden, muss gesagt werden, dass sie meist eine wirklich sehr kompetente Lehrende ist. Aber manchmal...kein weiteres Kommentar hierzu!

 

Viel zu schnell verging die Zeit während meiner Mittagspause und so begleitete mich Ulli bereits mit gepackten Koffer am frühen Nachmittag zum Seminar, wo wir uns leider verabschieden mussten und ich doch recht traurig im kleinen Präpariersaal zurückblieb um die erlernten Sinnlosigkeiten zu vertiefen. Ich hoffe bald wieder mein Geschwist zu sehen, denn sie fehlt mir doch sehr...

 

Der Rest des Tages wurde von Chemie und der Angst davor bestimmt...hier ein Danke an Mareike die mir immer unterstützend zur Seite stand...

 

Abends war ich nicht mehr im Stande auch nur einen Strich Chemie zu betrachten und so entschloss ich mich dazu den Film „Dogville“, der von der Grausamkeit der menschlichen Natur und den damit verbundenen Auswirkungen handelt, anzuschauen, der mich, nicht zuletzt auf Grund der bereits bestehenden Traurigkeit ob der Heimreise meines Lesterschweinchens, doch sehr mitnahm. Ein unruhige Nacht folgte...

 

 

 

Mittwoch, der 28.11.2007

 

 

 

Ich schreibe nur ungern über Tage, die nicht gerade geprägt waren von Fröhlichkeit und freudigen Ereignissen, aber auch diese Zeiten gibt es, und ich bin froh, dass sie meist nicht allzu lange andauern! Chemiebedingte Angst (die auf Grund der Tatsache, dass das morgige Testat nicht wirklich meine Abschlussnote beeinflussen würde, vollkommen unangebracht war) überschattete den gesamten Tag und bald konnte ich mir ob der Masse an Stoff nicht mehr konzentrieren. So viel wie möglich versuchte ich mir in der verbleibenden Zeit anzueignen, merkte bald, dass ich, entgegen meiner zuvor gebildeten Meinung, doch die Grundlage würde wiederholen müssen. Gesagt getan, Atombau, Lichtquanten, Periodensystem, Wechselwirkungen und Bindungen, Reaktionsgleichungen etc...all dies musste wieder nachvollzogen und verstanden werden, was mir, Gott sei Dank, mehr oder weniger gut gelang. Typischerweise scheiterte ich jedoch an den Rechnungen und Mareike musste mich mit der Idee Waschen zu gehen davon abhalten, meinen Kopf ob meiner Dummheit immer und immer wieder auf den Schreibtisch zu schlagen (ich neige wie ihr wisst zu Übertreibungen...) und das Denkvermögen zu erhöhen. Wahrscheinlich wäre ohnedies eine Verminderung damit einhergegangen...

 

Zumindest das biologische Praktikum war durchaus lustig, Stierspermien und ähnliches holten das in uns verborgene, pubertäre Kind hervor und ließen uns manches Mal sehr laut lachen. Jaja, wir dummen kleinen Kinder...!

 

An sich hatte ich mir vorgenommen die gesamte Nacht Chemie zu lernen. Welch gute Witz, erschöpft wie ich war wollte ich eigentlich nur noch schlafen, was mir aber aus Angst nicht allzu gut gelang...

 

2.12.07 17:02
 


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ulli (6.12.07 21:18)
STIERSPERMIEN??? ich hab ja schon mal von kamikaze-sperma gehört :D das sind die, die andere spermien killen.. haben sicher sowas wie spere in der hand *g* HAKATIKAAAAAA HAI!

*g*
tut leid, dass ich erst jetzt schreibe, aber die woche war einfach nur stressig. außer stressig nur stressig. teilweise um die 10h uni, mit einer halben stunde mittag. GACK!!!!!

dickbu
ps.schreib oben weiter

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