Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 


 

Webnews



http://myblog.de/smentovsky

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Teil II

Donnerstag, der 29.11.2007

 

 

 

Ich zwang mich dazu, meine Augen so lange wie möglich geschlossen zu halten, was verhindern sollte, dass ich mich wieder einmal ärgern würde, die Zeit nach dem Erwachen nicht effizient genutzt zu haben! So erhob ich mich erst als die Sonne schon hoch am Himmel stand (es war tatsächlich ein vom Wetter her ganz annehmbarer Tag!) und begann langsam mit dem Frühstück als Mareike hereinschneite – mit neuer Friseur und Tönung. Steht ihr wirklich ausgezeichnet, dass muss mal gesagt werden, vielleicht sollte ich demnächst auch wieder einen Friseur aufsuchen. Heute habe ich z.B. bemerkt, dass ich meine Haare bereits wieder zurückbinden könnte. Welch gute Gene!

 

Nun, das unaufhaltsame rückte dennoch näher. Mareike war entsetzt ob der Tatsache, dass ich am Vortag noch der Resignation nachgab und nur die chemische Theorie als abgehackt bezeichnet werden konnte. Jedoch war sie der Meinung, dass ich es, vielleicht auch mit der Hilfe meiner Tischnachbarin Anna, einem sehr schlauen Mädel, doch schaffen würde dein einen oder anderen Punkt zu ergattern!

 

Die erste Aufgabe des besagten Testat, so stellte sich heraus, war mit meinem Wissen wunderbar zu beantworten, da es sich um absolutes Grundlagenwissen handelte, was ich, im Gegensatz zu den meisten anderen, am Vortag ausgiebigst gelernt hatte. Aufgabe Numero 2 konnte mit Hilfe meiner Sitznachbarin gelöst werden...und Nummer drei hatte ich erraten. Einen Punkt wird es dafür wohl leider nicht geben, da kein Lösungsweg von mir angeschrieben wurde. Die Welt ging also nicht unter – wer hätte das gedacht?

 

Nach Beendigung der Praktika (ich war auf Grund des Schlafmangel etwas durch den Wind) in Chemie und Anatomie trag ich vor der Anatomie, wo Glühwein und Spekulatius zu kaufen waren, auf Sonja und umarmte sie stürmisch, da ich sie ja doch recht lange nicht mehr gesehen hatte! Gemeinsam machten wir uns daran Wein (sowohl rot als auch weiß zu kaufen um diesen, sprich den roten, zu Glühwein zu verarbeiten. Bei mir angekommen kochte ich uns eine leckere Scholle mit Spinat und setzte einen Topf auf, angefüllt mit Wein, Zucker, Nelken und Zimt. Den zugehörigen und umständlichen Korkenziehen musste ich bei meinem Nachbarn ausliehen (Sonja! Lies das hier!) und meine starke Oberpfälzerin war sogar in der Lage die Flasche nur mit Hilfe dieses Multifunktionstaschenmessers zu öffnen. Kompliment!

 

Schnell waren wir von besagtem Glühweinchen doch recht beschwipst und machten uns, ohne aufzuräumen, auf den Weg zu Sonjas Wohnung, wo wir noch eine Flasche Weißwein holten um dann ihren Freund abzuholen. Alle zusammen gingen wir zu Florian, einem meiner Studienkollegen, wo wie lachend und uns sehr gut unterhaltend die restlichen zwei Flaschen leerten. Als es für Sonja Zeit war aufzubrechen (sie würde am nächsten Tag um fünf Uhr aufstehen müssen, da sie ihren letzten Tag im Waldkrankenhaus verbringen musste) ging ich mit ihr, da neben ihrer Wohnung das Papa Joes zu finden ist, in dem bereits Steffi und Sonja auf mich warteten. Gemeinsam grölten wir bei der Karaokenight mit und leerten noch ein paar Spritzer und Bierchen bevor wir mit den Gläsern bewaffnet in die Kälte gingen um Steffi zum Bus zu begleiten. Auf dem Weg nach Hause, Theresa würde bei mir übernachten, verliehen wir so manchem russischem Brauch Ausdruck und lachten den ganzen Weg lautstark, so nahm ich Rache an den lauten Feiern meiner lieben Wohnheimsnachbarn...! Ja, ich bin ein Leischer geworden, und stolz drauf! Nur andere veröffentlichen ihre Entgleisungen nicht im Intern, ach, seis drum.

 

 

 

Freitag, der 30.11.2007

 

 

 

Ihr hättet uns sehen müssen! Nein, ihr hättet mich sehen müssen! Theresa sah selbst an diesem Morgen vollkommen normal aus, aber ich, aber meine Haare, aber meine Augen! So würde ich mich nicht in die Universität schleppen, daher bat ich Theresa bald nach Hause zu fahren, was sie auch bereitwillig tat. Später traf ich mich mit Leatitia, die in Erlangen eine Prüfung abgelegt hatte, die mit einem Dreier (eine Note, die ich als wirklich gut empfinde, mit der sie aber keineswegs glücklich war) benotet worden war, und Fabian. Frau L. Maaswinkel und ich entschieden uns eine Kleinigkeit zu kochen, da sie schon sehr lange nichts mehr zwischen die Beißerchen bekommen hatte, und so gingen wir geradewegs in den nächstbesten Supermarkt um Shrimps und Broccoli zu kaufen, woraus wir in meinem kleinen, und mehr als unaufgeräumten Reich, eine Sauce zauberten, die mit Dinkelreis gegessen wurde. Mundete vorzüglich, vor allem gesund! Fabian musste zuvor leider wieder zurück in die Arbeit, stieß aber zum Kaffee zu uns und wieder vereint überredete ich die beiden mit mir in das Glitzer- und Kitschgeschäft zu gehen, in dem Ulli und ich wenige Tage zuvor die golfenden Weihnachtsmänner gekauft hatten. Natürlich stellte sich bei Laetita schnell Begeisterung für all den Krimskrams ein, denn für sie scheint es nichts schöneres als sinnfreie und glitzernde Accessoires zu geben (Ich hoffe ich tue ihr hier nicht unrecht, aber schön langsam beginne auch ich ein Anhänger dieser kleinen Utensilien zu werden...). Neben meinem Vorsatz in besagtem Laden sehr viele Weihnachtsgeschenke kaufen zu wollen (macht euch auf etwas gefasst meine Lieben) war aber auch unsere Empörung ob der Verkäuferin ein weiteres, erwähnenswertes Detail. Sie plapperte unerhört offen über ihre Abneigung gegenüber den „Türken die ganz Erlangen aufkaufen“ und den „Indern die jetzt auch noch kommen“. Kein Vergleich zu der „Rattenscharf – Dame“, die vor wenigen Tagen Ulli und mich dort amüsiert hatte. Ein kleines Manko, aber durchaus zu verschmerzen.

 

Nach einem kleinen Bummel fuhr Laetitia zurück nach Nürnberg, während Fabian und ich uns dazu entschlossen auf einen Sprung in seine Wohnung zu fahren (von der ich annahm sie wäre ganz in grün gehalten da er ein sehr großer Anhänger dieser Farbe ist), was wir dann auch machten. Zwar verursachte das Zurückbringen der aus der Bibliothek entliehenen Dvds eine kleine Verzögerung, aber viele von euch wissen ja, wie viel Geld ich bereits für so manche Mahngebühr verschwendet habe...

 

Nach dem Einkauf von Essabilien im Hofer (Pardon, Aldi Süd natürlich) bereiteten wir diese in seiner Wohnung zu, die zwar durchaus viele grüne Aspekte beinhaltet, sonst aber sehr vielfältig und wohnlich eingerichtet ist. Wir unterhielten uns wie immer sehr gut und nach dem Essen ließen wir die Seele bei einem guten Film baumeln. Die Zeit verging viel zu schnell (eine unangenehme Nebenwirkung wenn man eine gute Zeit verlebt) und so fuhr ich gegen Mitternacht mit dem Bus nach Hause, wo ich erschöpft noch eine Kleinigkeit aß um dann, aufgekratzt von der Kälte und dem Essen, erst spät einzuschlafen...

 

 

 

Oh, und ich vergaß: Laetitia hat mir einen Adventkalender geschenkt! Wie schön!

 

 

 

Sonntag, der 01.12.2007

 

 

 

Eigentlich hatte ich ja vor gegen 12°°Uhr mein Haus zu verlassen um in den Bus nach Büchenbach zu steigen, der mich zu Fabian bringen würde, wo wir einen Kuchen backen würden, den wir dann im Zirkus würden verspeisen können. Leider hielt ich es offenbar für notwendig mich erst zu diesem besagten Zeitpunkt aus dem Bett zu erheben, und so duschte ich in aller Eile um dann von Fabian, was sehr nett von ihm war, abgeholt zu werden. Gemeinsam kauften wir die benötigten Zutaten und bei ihm angekommen aßen wir zur Stärkung erst Mal Palatschinken, bevor ich mich daran machte ohne Waage und äußerst seltsamen Messbecher, auf dem die Rede von „Pint“ war, eine Topfentorte zu backen, die, als sie endlich im Ofen war, mehr als herrlich roch. Fabian war mein Assistent, denn Teigverklebt bat ich ihn immer wieder entweder Butter, Ei oder Mehl hinzuzufügen, bis ich schließlich eine riesige Kugel Teig produziert hatte – sehr provisorisch die Sache also. Ähnlich verhielt es sich auch mit der Topfenmasse, hier ein Kompliment an meinem Gastgeber, der doch tatsächlich den benötigten Eischnee per Hand herstellte! Ich hätte wohl für mehre Tage einen außerordentlich lästigen und schmerzhaften Muskelkater gehabt...

 

Nach Beendigung unserer backkreativen Tätigkeit packten wir alles zusammen und stiegen ins Auto um nach Nürnberg zu fahren. Laetita hatte uns eingeladen noch auf einen Sprung zu ihr zu fahren, da kann man nicht nein sagen. Immerhin wussten wir beide nur so viel: Ihr Zimmer würde wohl von der Farbe Rosa dominiert sein. Ein herrlicher Anblick also, den man auf keinen Fall verpassen wollte. An der Regensburgerstraße parkten wir das Auto um mehr als eine dreiviertel Stunde herumzuirren bevor wir vor dem Zirkuszelt, blau – weiß gestreift und hell erleuchtet, ganz so wie man es sich in seinen Vorstellungen ausmalt, zu resignieren. Dort warteten wir auf Laetitia die uns dort zu treffen vorhatte, denn wer traut es uns schon zu in einer so großen Stadt auf Anhieb etwas zu finden? Als sie endlich kam, auf ihrem uralten Drahtesel, geschmückt mit weißen Plastiktulpen begannen wir sofort wieder in einer herrliche Stimmung zu verfallen und erblickten schon bald die zwei „Türme“, ein Studentenheim wo sie ihr kleines Zimmerchen bewohnte.

 

Es war herrlich! Ganz in rosa, lila und rot, vollgestopft mit Krimskrams und mehr als wohnlich präsentierte sich ihr Reich und Laetita verwöhnte uns mit Ananas und Obst. Leider blieb und nicht allzu viel Zeit denn schon um 20°° würde der Zirkus beginnen...

 

Ein unglaubliches Schauspiel wurde uns dargeboten. Schon beim Betreten des Geländes wurden wir von dem Geruch nach Popcorn und gebranntes Mandeln überwältigt, die Stände waren hell erleuchtet und überall gab es Dinge zu bewundern und bestaunen. Begeistert betrachteten wir alles mit übergroßen Augen und konnten den Beginn der Vorstellung kaum Abwarten, versuchten die verbleibende Zeit mit dem Essen unseres Kuchens und lautem Lachen zu vertreiben, was und ausgezeichnet gelang. Bald schon stürmten Clowns und Pferde, Artisten und Tänzer die Bühne und zeigten uns bewundernswerte Kunststücke ebenso wie mehr als amüsante Possen. Gebrannte Mandeln, bunte Farben, glitzernde und funkelnde Kostüme, lautes Lachen und erstaunte Gesichter. Das ist Zirkus. Ich liebe Zirkus!

 

Wir beendeten diesen herrlichen Abend mit gemütlichem zusammensitzen bei Laetitia und dem Blättern in Kunstbüchern.

 

Ich war seelig...

 

3.12.07 14:25
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung